15.03.2011

3DS Ersteindrücke

Ich glaube, am 25. März erscheint der 3DS in Deutschland, aber in Japan ist er schon eine ganze Weile draussen. Vielleicht haben schon manche in Deutschland die japanische Version importiert oder das Ding auf einer Messe oder so getestet, aber bevor mir am 25. ganz die Exklusivität des Themas flöten geht, hier mal ein paar Gedanken zu dem Apparat nach dem Anspielen kürzlich im Geschäft.

12.03.2011

Das Erdbeben am 11.3. (Update #3 - 15.3.)

Das Erdbeben von Gestern scheint ja ganz gut durch die Nachrichten zu gehn. Wie man ja wissen dürfte, wenn man hier schon etwas länger mitliest, wohne ich in der Präfektur Chiba, die natürlich auch vom Erdbeben betroffen war, auch wenn das Epizentrum deutlich weiter im Norden lag.

Ich sage gleich mal vorweg, dass bei mir alles relativ gut ausgegangen ist. Die Leute die es schlimmer getroffen hat, tun mir natürlich leid, aber ich möchte hier trotzdem keinen Trauerbeitrag machen, sondern einfach mal die Eindrücke von dem Tag ein wenig festhalten. Vielleicht kann ich auch ein Bild vermitteln das etwas anders ist als das aus den Nachrichten, wo ja sicherlich hauptsächlich die am schlimmsten betroffenen Gebiete gezeigt werden.

Das Erdbeben legte ca. kurz vor 3 Uhr Ortszeit los, und zu der Zeit stand ich ausgerechnet unter der Dusche. Wenn man in Japan wohnt ist man an das eine oder andere Erdbeben pro Monat gewöhnt und macht sich nicht viel draus, wenn es mal ein bisschen wackelt. Gestern war es aber doch recht schnell klar, dass es diesmal etwas heftiger ist als sonst. Normalerweise wird dabei natürlich geraten sofort das Haus zu verlassen, oder zumindest die Tür zu öffnen (wenn sich der Türrahmen durch das Beben verzieht bekommt man sie nachher sonst nicht mehr auf). Beides ist natürlich ein wenig heikel, wenn man gerade pitschnass aus der Dusche kommt, zumal ja die Nachbarn dann natürlich auch alle vor die Tür gehn. Wahrscheinlich ist es besser nackt raus zu rennen und blöd angegafft zu werden, als gut angezogen unter Trümmern begraben zu werden... trotzdem habe ich mir zumindest noch schnell etwas über gezogen bevor ich vor die Tür geeilt bin.

Ich weiß nicht genau wie lang es insgesamt wirklich stark gerumpelt hat, vielleicht eine Minute? Schwer zu sagen, im Nachhinein. Nachdem sich das ganze ein wenig beruhigt hatte und es nicht den Eindruck gemacht hat, als wäre das Haus besonders in Mitleidenschaft gezogen worden bin ich erstmal, wie alle andern auch, wieder rein und hab den Schaden begutachtet. Natürlich war eine Menge Zeug aus und von den Schränken gefallen, und aus dem Bad erklang ein unheilverkündendes Wasserplätschern. Das war jedoch glücklicherweise kein Wasserrohrbruch, sondern kam daher, dass das Zahnputz- und Makeupzeug aus dem Badezimmerschrank heraus, und auf den Hebel vom Wasserhahn drauf gefallen war. Wie kommt man auf die Idee, in einem Land mit so vielen Erdbeben den Wasserhahn so zu entwerfen, dass er an gehn kann wenn etwas von oben drauf fällt? Ich war ja zur Stelle um das Wasser einfach wieder ab zu drehn, aber wieviele Leute die nicht zuhause waren und einen ähnlichen Wasserhahn hatten, hatten nachher eine Überschwemmung? Zumal das Zeug aus dem Schrank ja auch genausogut das Abflussloch hätte verstopfen könnte. Neuere Wasserhähne sind glaube ich auch andersrum gebaut, die muss man von unten hoch drücken damit das Wasser heraus kommt, was eindeutig sinnvoller ist.
Zuerst kamen noch ein bis zwei etwas heftigere Nachbeben, nur wenige Minuten nach dem Ersten, also vorsichtshalber erstmal alle wieder kurz vor die Tür, kurz geplaudert, wieder rein, nochmal vor die Tür, usw.

Nunja, wie ich es gestern schon bei Twitter geschrieben hatte, musste ich dann feststellen, dass meine externe Festplatte vom Schreibtisch gefallen ist, und als ich das fragile Ding am Boden liegen sah, hab ich auch direkt jede Hoffnung aufgegeben die Daten darauf je wieder zu sehn. Ärgerlich, aber verglichen mit den Katastrophen die anderswo stattgefunden haben natürlich nichts. Der einzige andere Verlust ist eine Minnie-Maus Porzellanfigur, der beim Runterfallen brutaler weise der Kopf abgebrochen war. Ansonsten hatte ich das Glück, dass keine Schränke umgefallen sind, nur die Türen aus dem Schuhschrank sind rausgefallen, und die Schuhe ebenfalls, genauso wie alle möglichen Küchenutensilien, Anziehsachen usw, wobei aber alles heil geblieben ist (Teller und Gläser sind glücklicherweise im Schrank geblieben).

Wie ich es schon vermutet hatte für einen Vorfall dieser Art, war natürlich sofort das Handynetz überlastet, was auch bis in die Nacht hinein anhielt. Haben Notrufnummern in so einem Fall eigentlich Priorität? Jedenfalls erklangen schon Minuten nach dem Beben ständig die Sirenen von umherfahrenden Krankenwagen. Ich wohne an einer recht stark befahrenen Straße, in einem dicht besiedelten Gebiet, und kreischende Krankenwagen fahren hier auch nicht gerade selten vorbei, aber gestern war es echt sehr heftig. Wenn man solche Sirenen oft hört gewöhnt man sich irgendwann daran und sie fallen einem kaum noch auf, aber manchmal ruft man sich dann doch in den Sinn, dass mit jedem solchen Krankenwagen irgendwo jemand zusammenhängt der sich gerade in schwerster Not befindet.
In Chiba sind nun keine Häuser eingestürzt oder so, zumindest nicht, dass ich wüsste, aber umstürzende Schränke usw. sind eben auch nicht ohne, und die Sirenen waren nunmal der beste Beweis dafür, dass einige Leute in der Umgebung nicht ganz so glimpflich davon gekommen sind.

Auch wenn Anrufe per Handy nicht mehr gingen, konnte man sich aber trotzdem, wenn auch mit etwas Zeitverzögerung, noch Mails schreiben. Habe also erstmal einige Bekannte angeschrieben um mich zu erkundigen, und per Computer auch die eine oder andere Mail nach Deutschland geschickt um präventiv zu bestätigen, dass ich heil geblieben bin.
Anschliessend (nachdem ich überhaupt erst mal meine Haare getrocknet habe und etwas vernünftiges angezogen habe) hab ich eine Freundin getroffen die in der Nähe wohnt, und die für ihre Mutter, die gerade nicht zuhause war, nachgucken sollte ob es der allein gebliebenen Katze noch gut ging. Wenn's weiter nichts ist...
Die Wohnung hatte es aber auch deutlich schlimmer getroffen und einige Schränke waren umgefallen. Eventuell ist sowas von Haus zu Haus unterschiedlich? Vielleicht hängt es mit dem Stockwerk zusammen, der Bauart, oder damit, dass meine Wohnung in der Mitte zwischen zwei anderen Wohnungen liegt, und nicht am Rand des Gebäudes...? Jedenfalls haben wir dort also nach der Katze gesucht und gerufen, und obwohl die Wohnung nicht sehr groß ist, lies die sich erst garnicht finden. Seelig und moralisch habe ich mich schon darauf vorbereitet, unter einem der umgestürzten Schränke eine tote Katze vorzufinden, aber irgendwie hockte sie dann doch unversehrt in einer Ecke des wüstesten Zimmers und tat keinen Mucks.

Ein weiterer allgemeiner Nebeneffekt des Bebens war, dass keine Bahnen mehr fuhren, weswegen viele Leute mehr oder weniger an ihren Arbeitsorten, oder wo sie sonst so waren, festsaßen und, wenn sich keine Alternative finden lies, anscheind auch einfach mal zu Fuß nach Hause zu laufen schienen.
Inzwischen fahren die meisten Bahnen wieder, aber gestern lief glaube ich bis in die Nacht hinein nichts mehr, und ab 1-2 Uhr fährt in Japan sowieso kein Zug mehr.
Ein größerer Supermarkt in der Nähe musste vorläufig zu machen, weil zu viel Zeug aus den Regalen gefallen war, unter anderem auch Glasflaschen (das teure Alkoholzeugs), welches dabei zu Bruch gegangen war.
Man hatte also stark das Gefühl, dass nach dem Beben erstmal alles still stand.
Durch starke Beben aktiviert sich ausserdem (zumindest bei mir) eine Notschaltung, die das Gas abstellt, damit es nicht zu Bränden oder Gasvergiftungen kommt. Vermutlich war das bei noch mehr Leuten der Fall, und niemand wollte das Gas gleich wieder einschalten aufgrund eventueller Nachbeben, darum waren in den übrigen Supermärkten die Regale mit den Fertiggerichten für die Mikrowelle, aka Bento, schnell leergekauft.
Langfristig betrachtet war es darum aber auch garnicht so übel, dass ich gerade geduscht hatte als das Beben kam, denn ohne Gas kein heißes Wasser, und ohne heißes Wasser ist duschen alles andere als spaßig. Zumindest konnte ich so das Gas beruhigt bis heute morgen aus lassen.

Eigentlich hatten wir für morgen geplant in's Disneyland zu gehn, aber aufgrund von Wasserschäden durch den Tsunami (eigentlich müsste es die Tsunami heißen..) hat Disneyland morgen zu. Man könnte also sagen Disneyland ist in's Wasser gefallen, oder eher noch: Wasser ist in's Disneyland gefallen. Sorry, das blöde Wortspiel musste einfach sein.
Ich will das Thema natürlich nicht in's Lächerliche ziehn, immerhin sind hunderte Leute gestern umgekommen und wer-weiss wieviele schwer verletzt worden oder haben viel verloren. Andererseits sind zumindest in Chiba die Leute relativ guter Dinge. Ich denke man kann auch mit den Opfern fühlen ohne nun permanent ein langes Gesicht machen zu müssen.
Es gibt übrigens auch jetzt, fast genau 24 Stunden nach dem ersten Beben, noch ständig Nachbeben. Mindestens einmal alle paar Stunden wackelt's nochmal ein wenig.

Evtl. fällt mir später noch etwas interessantes ein, dann werde ich es hier dazu editieren. Ansonsten ist für offene Fragen ja auch noch das Kommentarfeld gut.


Update vom 13. März.:

Gestern (also Samstag) waren wir mit ein paar Leuten ein bisschen unterwegs, und für einen Samstag war es wirklich ruhig. Viele Geschäfte in der Einkaufsgegend hatten zu, aber der Elektronikhändler war geöffnet. Wo ich doch gedacht hätte, dass gerade der zu hat, bei den ganzen empflindlichen Waren dort. Nunja, einmal den 3DS in Augenschein genommen, mich ein wenig nach Festplatten umgeschaut usw...
Aufgefallen ist mir auch ein Porzellanladen, dessen Regale voll mit zerbrechlich aussehenden Figürchen waren. Nach so einem Beben hätte ich eher erwartet, dass die Hälfte der Regale leer ist, aber entweder hatten die Betreiber des Ladens genug Reserven um gleich wieder aufzustocken, oder einfach ein riesen Glück.
Apropos leere Regale: In den Supermärkten gibt's davon zur Zeit auch viele. Zum einen liegt es natürlich an Lieferschwierigkeiten, wegen denen auch Paketdienste zur Zeit nur sehr eingeschränkt funktionieren, zum andern scheinen die Leute aber auch echt alles was nachkommt sofort leer zu kaufen. Insbesondere Fertiggerichte, wo ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann warum. Gas sollte inzwischen eigentlich jeder wieder benutzen können, also das Kochen an sich kann kein Problem sein. Und wenn es darum ginge zu Hamstern dann wären Fertiggerichte (ich meine damit japanische Bentos, also nicht tiefgefroren und mit recht zeitnahem Haltbarkeitsdatum) eine denkbar schlechte Wahl.

Inzwischen habe ich auch einmal mit ein paar Freunden aus Deutschland telefoniert um zu versichern, dass es nicht überall in Japan so aussieht wie in den Fernsehberichten. Ich habe die deutsche Berichterstattung nicht selbst gesehn, aber wie es scheint beschränkt man sich in Sachen Bildmaterial in erster Linie auf Helikopterbilder von den Fluten und ähnliches. Anscheind ist auch die Panikmache sehr groß, und es wurde schon gemutmaßt welche globalen Auswirkungen der Unfall in Fukushima haben könnte. Also echt mal... aber wahrscheinlich bekommt einfach der Sender mit der größten Panikmache die höchsten Einschaltquoten, und so beginnt das Wetteifern.
Im japanischen Fernsehn läuft natürlich auch rund um die Uhr Berichterstattung, aber was mich persönlich sehr viel mehr bewegt als die Helikopterbilder sind Szenen von, oder Interviews mit Überlebenden der Katastrophe, die zum Teil mit nicht mehr als den Klamotten die sie am Leib haben davon gekommen sind. Sicherlich wird sowas im deutschen Fernsehn auch darum weniger gezeigt weil man es Untertiteln müsste oder so, aber eigentlich sind doch Szenen wie z.B. ein Wiedersehn der vermissten Tochter ganz unabhängig von der Sprache zu verstehn, wenn die Leute sich in den Armen liegen.
Ist die Berichterstattung in Deutschland doch so distanziert? Der Gedanke kam mir zumindest als ich zum Beispiel den Artikel von Zaku zu dem Thema gelesen habe, für den die Opferzahlen nichts weiter als Statistiken sind. Szenen von Autos, die wie Spielzeuge herumgespült werden sind sicherlich erfurchterregend, aber auch irgendwie anonym.
Ich bin gewiss nicht für Berichterstattung nach dem Motto "Oh wie schrecklich!", mit trauriger Musikuntermalung wie in so manchem Youtube Video, aber im Endeffekt handelt es sich um Dinge die so schlimm sind gerade weil sie Menschen direkt und konkret betreffen, also sollte man, finde ich, auch die Menschen nicht in den Hintergrund rücken lassen gegenüber Helikopterbildern. Ansonsten ist es ja auch kein Wunder, wenn die Zuschauer es schwer haben sich zu identifizieren und das ganze rein als Statistik betrachten.
Da wurde zum Beispiel eine ältere Frau interviewt die aus den Fluten gerettet wurde, und erzählte wie sie eigentlich schon sicher war jetzt sterben zu müssen, aber trotzdem noch um's Überleben kämpfte, und dann das Glück hatte sich an einem treibenden Holzstück festhalten zu können. So jemanden zu sehn, und sich dabei denken zu müssen, dass die Person nun genausogut irgendwo tot unter den Trümmern liegen könnte ist wirklich hart, auch wenn ich die Frau natürlich nicht kenne. Wenn ich dies hier nun textlich wiedergebe ist es für diejenigen die es lesen schon wieder recht fern, aber die Person im Fernsehn sehn zu können wie sie es selbst schildert, ist doch sehr direkt, und ich denke wen sowas dann noch kalt lässt, der würde sich dann wohl auch nicht groß kümmern, wenn es seine eigenen Nachbarn gewesen wären, die fortgespühlt wurden.

Update vom 14. März:

Ich bin mir nicht sicher ob es an den anhaltenden Lieferschwierigkeiten liegt, den jüngsten Entwicklungen im Fukushima Kraftwerk, oder den kürzlich bekannt gegebenen Stromsparmaßnahmen, dank denen nun regionsweise für je 3 Stunden am Tag der Strom abgestellt wird, aber heute morgen war im Supermarkt echt die Hölle los. Um kurz nach 9 war ich dort, und als ich mich an der Kasse anstellen wollte war es schon sehr voll, mit einer ca. 20 Meter langen Schlange vor den Kassen.
Etwa 10 Minuten später, nachdem ich meine Sachen (die ganz normalen, täglichen Einkäufe) bezahlt hatte, ging die Schlange praktisch durch den ganzen Laden, und der ist nicht gerade klein. Überall wiesen die Supermarktangestellten die Leute an um ein geordnetes Anstellen zu ermöglichen, und über die Lautsprecher entschuldigte sich der Chef des Laden dafür, dass viele Waren nun einfach ausverkauft waren. Das lustigste aber: Die Reihe aus Leuten schlängelte sich dann merhmals im Geschäft herum, und letztendlich standen die Leute bis nach draussen vor dem Laden in der Schlange! Ja richtig: Die Leute standen mit dick beladenen Einkaufswagen ausserhalb des Supermarkts. Sie mussten also mit den unbezahlten Waren erstmal aus dem Laden raus gehn um sich überhaupt an der Kasse anstellen zu können. Ich musste mir das Lachen echt verkneifen. Das Ende der Schlange hab ich garnicht mehr gesehn, denn die ging bis vom Gelände des Supermarkts runter und um die Kurve...
Echt zu witzig. Es ist ja nicht so als müssten wir hier um die Versorgung mit Lebensmitteln fürchten oder so, also wozu räumen die Leute hier plötzlich quasi den ganzen Supermarkt leer?
Panikreaktion?

Der Strom wird, wie gesagt, regionsweise für etwa 3 Stunden abgestellt, um das Netz zu entlasten, da ja mehrere Kraftwerke abgestellt werden mussten. Allerdings wissen wir in welchem Zeitraum kein Strom da ist (spätestens ab 22 Uhr Abends ist soweit ich weiß überall wieder welcher verfügbar) und können uns entsprechend darauf einstellen. In meinen Augen also eher eine Unannehmlichkeit als ein wirkliches Problem.
Züge, zumindest die der Keisei Linie, fahren heute auch nur im Zeitraum von 10 bis 18 Uhr, und dementsprechend waren extrem viele Autos auf den Straßen, so dass sich im Endeffekt garnichts mehr bewegte.

Update vom 15. März:

Auch wenn es nicht so viel neues gibt, schreibe ich doch noch mal ein kleines Update.
Der Strom wurde gestern doch nicht abgestellt, zumindest bei uns. Anscheind war das Netz dann so weit in Ordnung, vielleicht haben auch einige durch die "Drohung" mit dem Abstellen die Sache mit dem Stromsparen dann endlich mal etwas ernster genommen. Mal sehn wie es in den nächsten Tagen ist, ob es so passt mit der Elektrizität oder ob uns doch nochmal die Leitung gekappt wird. Selbst wenn, könnte ich damit leben denn die Einsparung hätte schliesslich ihren guten Grund.

Was mich aber aufregt:
Heute morgen im Supermarkt gab es wieder so einen Ansturm, und als ich gesehn hab, dass sich vor der Kasse schon wieder so eine Schlange angefangen hat zu bilden, war es mir dann zu blöd und ich bin gegangen. In einem anderen Supermarkt etwas weiter weg waren zwar auch einige Regale etwas leer, aber kein solcher Ansturm, man konnte normal einkaufen.
Ich habe gehört es ist gerade das Benzin etwas knapp, was es für die Zulieferer schwierig macht zuverlässig neue Waren zu liefern. Die massiven Einkäufsstürme kann ich aber echt nur als Panikreaktion erklären. Auch wenn man den Leuten sonst nicht viel ansieht, scheint die Unruhe also doch tief zu sitzen...? Dabei waren es vor allem ältere Leute, die da den Supermarkt leer geräumt haben.
In Anlehnung daran meinte ein älterer Bekannter, dass während der Ölkrise, Anfang der 70er einmal das Gerucht auf kam, es gäbe bald kein Toilettenpapier mehr, weil das zur Herstellung benötige Erdöl (Ähem..) zu knapp sei und deswegen seien dann die Leute wie die Verrückten in die Läden gerannt und hätten alles Klopapier leer gekauft. Als die Läden dann leergeräumt waren und deswegen für einige nix übrig war , hätten die Leute in den Geschäften behauptet der Besitzer würde doch das Klopapier verstecken und solle es gefälligst rausrücken.
Ob's ein Zufall ist oder nicht: Von 2 Bekannten habe ich in den letzten Tagen gehört, sie hätten nirgendwo mehr Toilettenpapier finden können.
Nun, Toilettenpapier habe ich soweit noch genug, aber mein Reis muss demnächst mal wieder aufgestockt werden. Ob ich so einfach Neuen kaufen kann?
Aber selbst wenn nicht, hieße das natürlich nicht, dass ich dann hungern müsste, denn Essen ist an und für sich noch genug da. Aber die meisten japanischen Gerichte benötigen nunmal Reis, und ich esse diesen auch fast täglich. Wenn ich demnächst umständlich und teuer auf andere Sachen ausweichen muss, weil ich im Supermarkt keinen Reis mehr kaufen kann, dann liegt das nicht etwa daran, dass es tatsächlich einen Notstand gäbe, sondern daran, dass einige Leute meinen wie bekloppt die Regale leer räumen zu müssen und das Zeug tonnenweise zu horten, aus Angst es könnte knapp werden - was es dann natürlich auch wird, aber es ist eine künstlich geschaffene und vollkommen unnötige Knappheit, die nur erzeugt wird von den egoistischen Idioten die bei sich zuhause Reislager einrichten.

09.03.2011

Dragon Age 2 - Reviews, Metacritic, etc.

Noch kein Review, das dauert noch ein wenig. Ich will mir nämlich im Gegensatz zu den Journalisten großer Seiten wie "the Escapist" (die sowas nicht in ihrer Freizeit machen) die Zeit nehmen das Spiel auch zu spielen bevor ich etwas drüber schreibe.
Die schreiben in ihrem Review nämlich, dass man in der Xbox360 Version Autoattack in den Optionen aktivieren könnte, obwohl das anscheind garnicht der Fall ist. Tritt in's Fettnäpfchen? Halluzinationen? Auch sonst klingt das Review als hätte man einfach die Werbeflyer ein wenig umformuliert, oder es gleich direkt von Bioware diktiert bekommen.

05.03.2011

Eine Uni für NEETs

In Japan hat kürzlich die "nihon shakai fukki daigaku" ihre Pforten eröffnet. Übersetzt lautet der Name in etwa "Rückkehr in die Gesellschaft"-Universität (auch wenn das auf deutsch nun ein wenig unhandlich klingt). Dabei soll es darum gehn die sogenannten "NEETs" oder auch Hikikomoris wieder in die richtige Gesellschaft einzugliedern. Damit die Leute dabei trotzdem nicht aus ihren Häusern kommen müssen, gibt es natürlich auch die Möglichkeit das ganze per Internet zu absolvieren. Tolle Sache.
Ich denke mir zwar, wenn die Leute willens sind so eine Uni zu besuchen, dann müssten sie auch in der Lage sein aus eigener Kraft wieder Anschluss zu finden, aber nun ja, wenn es jemand hilft... *räusper*

Der Grund wieso ich das erwähne ist eigentlich auch nicht, dass ich den Lesern hier unbedingt mitteilen will, was für eine tolle Uni da entstanden ist.
Das Thema NEET und Hikikomori usw. ist ja für Japan ohnehin relativ typisch, und wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit bis die News auch irgendwo im Ausland ihre Runden macht, und die Leute dann wieder die Köpfe schütteln.
Dabei ist das hier aber mal wieder ein schönes Beispiel dafür, wie solche "verrücktes Japan" Themen in Japan selbst aufgenommen werden. Unter der News, über die ich vorhin bei Nico Nico Douga gestolpert bin sind nämlich auch Kommentare von Usern, und die lassen sich im großen und ganzen zusammenfassen mit "Was zur Hölle!?". Die meisten Leute machen sich eigentlich nur darüber lustig, oder merken z.B. an, dass sich so ein Uniabschluss nachher garnicht so toll auf dem Lebenslauf macht.

Leider werden solche Themen in deutschen Medien gern so dargestellt, als würden die Leute in Japan bei Sachen wie einer "NEET Uni" alle anerkennend nicken und fänden das eine tolle und richtige Sache. Aber eigentlich, wie bei vielen Themen auf denen ausserhalb von Japan so herumgeritten wird, finden's auch hier die Japaner selbst total seltsam, ja geradezu behämmert.
Mich nervt es jedes Mal, solche und ähnliche News in Deutschland zu sehn, die häufig so einen Unterton haben von "die Japaner sind ja voll verrückt!". Es wissen sicher die meisten, wovon ich rede. Vielleicht lassen sich solche Meldungen auf diese Weise besser verkaufen, aber im Endeffekt bringt es nichts als unnötige Entfremdung, wenn man versucht ein Land auf Teufel komm raus als "verrückt" und "voll anders" darzustellen. Da werden in Gedanken schonmal Mauern und Trennwände errichtet wo eigentlich garkeine sein müssten, und auf die Art wie viele Deutsche dann andere Dinge aus Japan wahrnehmen hat es natürlich auch seinen Einfluss.
Ich werde zwar wohlkaum die Medien als ganzes davon überzeugen können sowas in Zukunft mal bleiben zu lassen, aber vielleicht kann ich wenigstens im kleinen dafür sorgen, dass die Leute solche Meldungen aus Japan ein wenig skeptischer aufnehmen.
Lange Rede kurzer Sinn: Wenn es ein Deutscher voll komisch findet, dann findet's ein Japaner höchstwahrscheinlich ebenfalls komisch.

Ach ja, hier ist übrigens der Link zur Homepage der Uni, falls jemand an einer Einschreibung Interesse hat: http://www.ar-ltd.co.jp/support/ (Allein das Strichmännchen was da so schüchtern halb aus der Tür guckt ist schon einen Lacher wert =)

01.03.2011

Bulletstorm

Von Bulletstorm war ich zugleich positiv und negativ überrascht. Hier mal ein paar Gedanken zum Spiel, man könnte es auch "Review" nennen.