Kuchen backen.

30.06.2010

Bilder

Mal ein paar Bilder.



Manchmal erschrecke ich mich selbst mit meiner Nerdigkeit. =O
Star Trek Witze... wie weit ist es schon gekommen?!
Aber irgendwie hat mich Spocks Frisur schon immer gewundert. So streng logisch. Und alle Vulkanier und sogar die Romulaner (die ja bekanntlich auch alles immer logisch angehn) haben diesen Haarschnitt. Das muss wohl heißen, dass es einfach der logischste Haarschnitt von allen ist. Trotzdem haben manche eine etwas andere Version davon.

29.06.2010

Wie entstandt der Moe-Wahn?

Vielleicht liegt es an den Blogs in die ich bisher so reingestolpert bin (und wo es ständig irgendwie um K-on! geht), aber irgendwie scheint die ganze Sache um "Moe", was ja letztendlich nur ein Überbegriff ist für eine Reihe an Stereotypen und Klischees, schon sehr zu beschäftigen. Zumindest habe ich in der letzten Wochen 2 Artikel gesehn die sich damit befassen. Einmal hier, wo es um den Hype um diesen Begriff und andere abgedroschene Dinge in Anime geht, und dann hier wo es um die Konflikte geht, die durch die Sache unter Animefans entstehn.

Ich will einmal versuchen ob ich die Dinge aus einer etwas anderen Perspektive beleuchten kann, und damit vielleicht erklären woher der Moe Wahnsinn kommen könnte, wieso "Moe sells", wie ZakuAbumi das in dem oben gelinkten Artikel beschrieben hat, und wieso das so viel Zündstoff liefert.

28.06.2010

Wie man japanische Smilies/Emoji macht (≧□≦)

Für viele ist die Benutzung "japanischer Smilies" sicher schon so sehr in Fleisch und Blut über gegangen, dass diese garnicht mehr als japanischen Ursprungs wahrgenommen werden.
Der einfachste dieser Sorte ist wohl der hier: ^^ ,die beiden Lach-Augen. Weiter ausbauen kann man das natürlich mit einem Mund, Klammern für das Gesicht, dem typischen Schweisstropfen etc. (^-^;)

Das sind die bekannten und auch im deutschsprachigen Netz verbreiteten Varianten der horizontalen (oder vertikalen? Wie man's nimmt.) Smilies. Manchmal, vor allem im Bezug mit japanischen Seiten, sieht man im Internet dafür auch solche Dinger herumgeistern:  (゚д゚ノ) oder ( ̄△ ̄)
Gesehen haben die sicher schon die meisten, aber vielleicht wissen manche noch nicht wie man solche Smilies einfach selbst macht, denn die Sonderzeichen kann man nicht ohne weiteres mit einer Tastatur herstellen.
Es gibt zwar Ascii Codes mit denen man einige interessante Zeichen erzeugen kann, oder die Windows Zeichentabelle, aber besonders komfortabel oder intuitiv ist das nicht.

Der Grund wieso gerade im japanischen Raum diese Zeichen so verbreitet und beliebt sind, hängt sicherlich auch damit zusammen, dass sie den überzogenen Gesichtsausdrücken in den Manga ähneln. Warum sich allerdings im europäischen Raum, selbst unter Mangafans, nur die einfacheren Smilies, wie die oben genannte ^-^ Variante durchsetzen konnte liegt vermutlich daran, dass die Texteingabe nicht darauf ausgelegt ist mit so vielen Sonderzeichen umzugehn.

Vor ein paar Tagen habe ich über Hiragana und japanische Texteingabe geschrieben, und mit der dort beschriebenen Eingabemethode für japanische Schrift, lassen sich auch leicht diverse Sonderzeichen herstellen.
Wie dort beschrieben gibt man für japanische Worte zuerst das Wort in Romaji ein, die automatisch in Hiragana umgewandelt werden, welche dann nach drücken der Leertaste in Kanji umgewandelt werden können. Das weniger offensichtliche an der Sache ist, dass man ausser Kanji auch oft Sonderzeichen in der Auswahl bekommt, wenn man ihren Namen schreibt.
Nehmen wir zum Beispiel mal die japanischen Worte für Kreis (maru), Kreuz (batsu), Dreieck (sankaku) und Viereck (shikaku). Gibt man nun mit Hiragana shikaku ein und drückt Leertaste, bekommt man neben 四角, den Kanji für das Wort, auch noch verschiedene Vierecke zur Auswahl: ◆ ■ □ ◇
Bei maru bekommt man dementsprechend Kreise, und so weiter.

Das weiter oben benutzte Д, das als Mund immer sehr lustig aussieht, ist der kyrillische Buchstabe für "d". Um den Buchstabe zu bekommen, ohne sich auch noch ein kyrillisches Tastaturlayout einzustellen, schreibt man einfach mit Hiragana "dee". Also でー, der Längungsstrich ist übrigens auf der ß Taste, und drückt dann Leertaste. Neben Katakana und diversen Romaji Varianten bekommt man dann auch das kyrillische Д zur Auswahl.
゜Д゜ ist also also "maru dee maru", usw. Nimmt man noch die Hiragana oder einige Kanji dazu, sind der Kreativität kaum noch Grenzen gesetzt (und zugleich lernt man kyrillisch und weiß der Geier was noch ;)

Eine ganze Reihe an Beispielen für jede Situation findet man z.B. hier: http://emoji.vis.ne.jp/
Zum Beispiel "Mir ist heiß":  ι(´Д`υ)アツィー oder "mir ist kalt": 。.*:・'゚:。'(((+_+)))。.*:゚・ '゚゚:。'・゚

Apropos: Hier ein Beispiel für frühes l33t und Smilie Verwendung aus dem Jahre 1890, man beachte den ;) hinter "FORever":

27.06.2010

Japanisch lernen Nr. 3 - Kanji

So, nun geht es an's Eingemachte. Kanji nachschlagen.

JWPce

Zuerst einmal möchte ich dazu eine Software vorstellen die ich jedem der sich tiefer mit der Sprache beschäftigen will nur empfehlen kann: JWPce (oder hier direkt zur Downloadseite.) Zur Installation einfach, wie dort angegeben, die 4 Dateien herunterladen, in ein Verzeichnis stecken und durch starten entpacken. Dann kann man das Programm mit der dazugehörigen .exe Datei starten.

JWPce ist ein Kanji Lexikon inklusive Wörterbuch für den PC.
Wenn man es startet, zeigt es sich zunächst ähnlich einem Texteditor, mit Textfeld, und einer Leiste mit Knöpfen für die verschiedenen Funktionen.
Der 13. Knopf in der Leiste zeigt ein Hiragana A und schaltet das Programm in den Kana/Kanji Eingabemodus. Standardmäßig sollte dieser aber schon aktiviert sein. Einen Knopf weiter kann man auch einen normalen Ascii Modus auswählen, falls man im Textfeld auch mal Lateinbuchstaben benutzen will (nützlich bei längeren Übersetzungen oder ähnlichem).

Gehn wir also zunächst einmal in das Textfeld während der Kanji Modus aktiviert ist. Hier braucht man nicht extra die Tastatur auf japanisch umzuschalten, wie wenn man im Browser japanisch tippen möchte, sondern das Programm erzeugt automatisch Hiragana.
Als Beispiel tippen wir dort jetzt einfach mal "tabemono" ein. Im Textfeld sollte es also in Hiragana erscheinen: たべもの. Anders als bei der Browsereingabe wird hier nicht jedes Wort nach Eingabe gleich in Kanji umgewandelt, sondern muss erst markiert werden und dann mit einem Druck auf F2 (oder dem 16. Knopf in der oberen Leiste) in Kanji umgewandelt werden. Wenn wir das beim gerade eingegebenen 'tabemono' tun, dann sehn wir, dass es nur eine Möglichkeit gibt: 食べ物.

Wenn man nun den ganzen Begriff oder einzelne Kanji markiert, dann kann man sich mit dem 17. Knopf (oder Strg + I) Info über das jeweilige Zeichen anzeigen lassen, oder mit dem 19. Knopf der Leiste (Strg + D oder F6) den Wörterbucheintrag aufrufen. Für den gesamten Begriff wäre das hier dann "food". Hier mal zur Erläuterung ein Bild, zum Vergrößern anklicken:



Markiert man nur das erste Kanji, 食, dann zeigt das Wörterbuch alle möglichen Begriffe an in denen es vorkommt. In diesem Feld kann man, ähnlich wie bei Wadoku, natürlich auch eigene Begriffe in japanisch oder englisch eingeben um danach zu suchen. (Auch hier ist ein * wieder Platzhalter)
Bei der Zeicheninfo bekommt man Dinge gezeigt wie die grundsätzliche Bedeutung, verschiedene Lesungen, Strichzahl, und Position in verschiedenen Kanji Nachschlagewerken.

Somit können wir also Worte eingeben oder einfach in das Textfeld kopieren, und deren Bedeutung im Wörterbuch nachschauen oder die einzelnen Kanji inspizieren.
Was nun aber, wenn man ein unbekanntes Kanji auf einem Blatt vor sich hat, oder als Teil eines Bildes, so dass das bewährte Copy + Paste nicht funktioniert? Dann muss man das Kanji auf die "klassische" Art und Weise nachschlagen, die durch das Programm dennoch ein wenig vereinfacht wird.

Kanji nachschlagen

Wenn man ein englisches Wort in einem Wörterbuch nachschauen will, dann weiß man, dass die Worte im Buch nach alphabetischer Reihenfolge sortiert sind. Man sucht also zuerst nach dem passenden Anfangsbuchstaben, dann dem zweiten, usw. und somit lässt sich das gesuchte Wort schnell finden. Da Kanji aber so etwas wie einen Anfangsbuchstaben nicht besitzen, muss man andere Kriterien anlegen um die Suche einzugrenzen.
Dies ist zum einen die Strichzahl, also wie oft man den Stift zum Schreiben ansetzt (nicht ganz so offensichtlich wie man es vielleicht zuerst denken mag) und zum anderen die Radikale, Kernelemente aus denen sich Kanji zusammensetzen.
Wie man vielleicht schon bemerkt hat gibt es in Kanji nämlich häufig wiederkehrende Elemente, die jeweils anders zusammengesetzt sind. Eine Liste dieser erhält man mit dem 21. Knopf in der Leiste (Strg + L).  Dieser öffnet ein Suchfenster, das alle Radikale zeigt, die ihrerseits wieder nach Strichzahl sortiert sind.

Ganz grob gesagt ist das Radikal eines Kanji meist (nicht immer) entweder dessen linke Hälfte, oder in der linken oberen Ecke. Bei Kanji die Links keinen seperaten Teil haben, wie z.B. 高, ist es meist der obere Teil.
In klassischen Wörterbüchern sind Kanji nur jeweils unter einem Radikal zu finden, JWPce jedoch führt die meisten Kanji unter mehreren Radikalen, was sehr praktisch ist, da man so nicht immer perfekt das Hauptradikal bestimmen muss, sondern oft auch einen Nebenbestandteil aus der Radikalliste anwählen kann, und trotzdem zum Ziel finden.
Nehmen wir als Beispiel einmal dieses Kanji: 働 (Evtl. die Schriftgröße im Browser etwas erhöhen, um die Einzelheiten besser erkennen zu können ;)
Der Teil der links heraus sticht ist ein senkrechter Strich, mit einem diagonalen Strich darüber. Das wären also zwei Striche. In der Abteilung der Radikale mit zwei Strichen sehen wir an vierter Stelle dann auch ein entsprechendes Zeichen, das wir einmal anklicken und dadurch gelb markieren.
In der oberen Leiste, hinter "Matches" bekommen wir nun eine Auswahl an Kanji, die dieses Radikal benutzen. Wie man sieht haben sie alle dieses Radikal auf ihrer linken Seite, mit jeweils einem anderen Bestandteil rechts davon. Im Augenblick werden uns aber noch 283 Zeichen angezeigt, die zu durchsuchen sehr mühsam wäre. Das heißt wir müssen die Suche noch weiter eingrenzen.

Da JWPce, wie gesagt, pro Kanji mehrere Radikale zulässt, haben wir also hier die Möglichkeit weiter einzugrenzen indem wir noch ein anderes Radikal auswählen. Probieren wir es also einmal mit dem rechten Teil des Zeichens, der etwa so aussieht wie ein Katakana 'ka': カ Wie man vielleicht noch vom lernen der Katakana oder Hiragana weiß, wird das Zeichen in zwei Strichen geschrieben, da der horizontale Strich der rechts herunter geht in einem durchgezogen wird. Bei den Radikalen mit zwei Strichen findet sich dann auch ein Zeichen das genau so aussieht. Klickt man das ebenfalls an, wird die Suche weiter eingeschränkt. Zur Verdeutlichung nochmal ein kleines Bild:



Wie man sieht wurde die Anzahl der Suchergebnisse nun auf 4 eingegrenzt. Das hinterste davon ist unser gesuchtes Zeichen: 働
Mit einem Rechtsklick darauf kann man direkt dessen Infos anschauen, oder es mit einem Doppelklick in's Textfenster einfügen um es weiter zu verwenden oder abzuspeichern.

Eine andere Methode die Suche einzugrenzen ist die Strichzahl des Kanji selbst. Hierfür gibt es das Feld "Strokes", also Striche. Dazu zählt man die Striche eines Kanji, bei 働 wären es 13, und gibt die Zahl in das Feld ein.
Die Strichzahl eines Kanji genau zu bestimmen ist manchmal leider auch nicht sehr einfach. Zum einen sind Kanji die sehr klein abgedruckt sind hin und wieder schlichtweg kaum zu erkennen (ganz zu schweigen von handschriftlichen Dingen), zum anderen ist die Strichzahl nicht immer gleich der Anzahl der Linien, die ein Kanji besitzt. Dieses Zeichen: 口 sieht zum Beispiel auf den ersten Blick so aus als hätte es vier Striche, da aber die obere und rechte Seite in einem durchgezogen werden, sind es nur drei. Konsequenterweise hat dann ein Zeichen wie 品 9 Striche. Prinzipiell wird diese "rechte obere Ecke" sehr oft in einem Zug geschrieben, und Linien die sich durchkreuzen sind auch meist durchgezogene Striche.
Auch hier greift JWPce dem Benutzer aber unter die Arme, indem es mittels der Knöpfe "+/- 1" und "+/- 2" (siehe Bild oben) eine Fehlertoleranz erlaubt. Klickt man einen dieser Knöpfe an, so werden zum Beispiel nicht nur Kanji angezeigt die genau 13 Striche besitzen, sondern auch solche die aus aus 12-14, oder eben 11-15 Strichen bestehen. Wenn man sich also nicht ganz sicher ist ob man die Strichzahl richtig bestimmt hat, kann man die Zahl der Ergebnisse ausweiten. Natürlich muss man dafür dann evtl. durch mehr Sucherergebnisse schauen, um das gewünschte Kanji zu finden.

Nunja, das war jetzt ein Crashkurs, und hoffentlich halbwegs verständlich. Man kann das Nachschlagen von Kanji leicht üben indem man sich irgendwelche Zeichen aus japanischen Webseiten herauspickt und diese dann versucht mit JWPce zu finden. Sollte man hängen bleiben, kann man immernoch per Copy + Paste das jeweilige Zeichen in's Programm kopieren und sich dessen Info anschauen, um herauszufinden ob man z.B. bei der Strichzahl oder den Radikalen einen Fehler gemacht hat. So bekommt man mit der Zeit ein Gefühl für die Zeichen und erkennt dann leichter, welcher Teil das Radikal ist, oder aus wievielen Striche ein Kanji besteht.

Für Leute die bereit sind ein wenig Geld zu investieren würde ich "Langenscheidts Handbuch und Lexikon der japanischen Schrift: Band 1" empfehlen. Das Buch hat einen Einführungsteil in dem die Schrift ein wenig erklärt wird, der Hauptteil besteht jedoch aus dem Kanjilexikon, in dem die Standard Kanji mitsamt den ganzen Infos wie Lesungen, Strichzahl, Radikale, Beispielkomposita und auch Strichfolge abgedruckt sind. Zum einen kann man damit auch "unplugged" Kanji nachschlagen, zum anderen bietet es einen guten Leitfaden zum Kanji lernen wenn man das Buch wirklich von vorn bis hinten durch geht, denn die ersten Zeichen sind einfachere und häufigere Kanji, die man natürlich am besten zuerst lernen sollte.

Für's Lernen an sich ist es wohl am besten sich für jedes Kanji ein kleines Kärtchen zu machen, auf dessen Vorderseite das Zeichen selbst steht, auf der Rückseite Infos wie die Lesungen und Beispielkomposita. Das hat den Vorteil, dass man Kanji die man beherrscht aussortieren kann und sich zudem leicht selbst abfragen. Schreibt man die Zeichen immer nur in ein Heft, dann verliert man schnell den Überblick weil man z.B. zwischen 30 bekannten Zeichen eines hat das man vergisst. Einzelne Kärtchen kann man immer wieder neu arrangieren.

Schlusswort

Nunja, ich denke damit soll es das erstmal gewesen sein. Die drei Artikel hier sollen nicht dazu da sein alles von 0 an zu erklären, sondern sind einfach nur eine Ergänzung meinerseits zu den verschiedenen Methoden an's Lernen heran zu gehen.
Eine Sache noch, für Leute die mit dem Gedanken spielen an der Uni Japanologie zu studieren oder japanische Sprache als Nebenfach zu wählen: Ich kann euch echt nur nahelegen, euch frühzeitig mit der Sache zu beschäftigen. Ich kenne viel zu viele Leute die es nach ein, zwei oder mehr Semestern hingeschmissen haben, weil es ihnen dann doch zu viel wurde. Das waren meist diejenigen, die mit 0 Vorkenntnissen an die Sache heran gegangen sind, und die dann vom Lernstoff überwältigt wurden. Ich will niemanden demotivieren, aber es wäre einfach schade um die verlorene Zeit, denn die meisten vergessen danach alles was sie bis dahin gelernt hatten wieder.
Theoretisch sollte es zwar für das Studium keiner speziellen Vorkentnisse bedürfen, aber man würde ja z.B. auch nicht anfangen Informatik zu studieren obwohl man noch nie einen Computer angefasst hat. Also wenn man vorhat später etwas in die Richtung zu machen, sollte man versuchen ein gewisses Gefühl für die Dinge zu bekommen. Dann klappt's auch.

In dem Sinne: Viel Spaß beim Lernen! =)

25.06.2010

Japanisch lernen Nr.2 - Wörterbücher & Grammatik

Wie im vorigen Artikel versprochen, will ich das Thema "japanisch Lernen" hier ein wenig vertiefen, und mich einmal verschiedenen (online) Wörterbüchern widmen, und der Frage wie man in die Grammatik am besten einsteigt.

Wadoku.de

Das "Standardwerk" im deutschsprachigen Internet dürfte wohl Wadoku sein, ein Online Wörterbuch im Stil von Leo.org, nur eben für japanisch. Benutzen lässt sich das wie jede andere Internetsuche auch, d.h. man kann z.B. als Platzhalter ein * verwenden, was bei der Suche nach Kanji Komposita manchmal praktisch sein kann. Japanische Worte muss man in Kanji oder Hiragana eingeben, man kann auch gleich mehrere Worte eingeben und bekommt diese dann der Reihe nach angezeigt. Recht nützlich für Copy + Paste.

Wenn man deutsche Worte eingibt ist allerdings ein wenig Vorsicht geboten, denn die japanischen Ergebnisse sind nicht etwa nach Geläufigkeit oder Entsprechungsgrad geordnet, sondern nach ihrer Ordnungszahl. Das oberste Ergebnis einer Suchanfrage ist also oft ein Wort das nur entfernt etwas mit dem zu tun hat was man eigentlich sucht, während das gebräuchlichste Wort für das was man sucht nicht selten weiter unten in der Liste vergammelt.

Gibt man z.B. auf deutsch "Erfahrung" ein, bekommt man zuerst die Worte Geschmack, Gedanke, Karriere (2x) und dann, erst an fünfter Stelle, das Wort, dass einem wohl normalerweise zuerst einfallen würde, wenn man nach Übersetzung von "Erfahrung" fragt, 経験 (keiken).

Sucht man also nach dem passenden japanischen Wort, dann ist es nützlich zusätzlich noch ein anderes Wörterbuch zurate zu ziehn. Sehr zu empfehlen finde ich da folgendes:

Space ALC

Unter http://www.alc.co.jp/ findet man oben, unter "英辞郎 on the WEB" ein Eingabefeld, und dahinter einen Knopf mit der Beschriftung 英和・和英 zum Übersetzen. Das besondere an diesem Wörterbuch ist, dass es nicht einfach nur das Suchwort und seine Pendants in der Zielsprache anzeigt, sondern eine ganze Reihe von Übersetzungsbeispielen liefert, die teilweise ganze Sätze umfassen. So lässt sich herausfinden in welchem Kontext ein Wort verwendet wird, bzw. welches Wort aus den Suchergebnissen am ehesten zum jeweiligen Kontext passt. Zusätzlich gibt es noch Aufschluss über die korrekte grammatikalische Verwendung.

Um die Unterschiede hervorzuheben nehmen wir als Beispiel noch einmal das Wort "Erfahrung", wie schon bei Wadoku. Da das hier ein Englisch-Japanisches Wörterbuch ist, benutzen wir hier aber natürlich "experience".
Wenn man das einmal ausprobiert stellt man fest, dass nicht nur 経験 diesmal gleich als erstes angezeigt wird, sondern auch noch dessen Verbform (unter 他動) und darunter eine ganze Reihe an Beispielen in denen das Wort vorkommt. Damit lässt sich sozusagen auch das "grammatikalische Gerüst" bestimmen in das man das Wort einsetzen muss. (Wie bei vielen Worten ergibt auch hier z.B. das "-suru" am Nomen das Wort als Verb. Aus 経験 (keiken) wird 経験する (keiken-suru) - eine Erfahrung machen. Dazu wird angezeigt, dass man das ganze mit を (wo, bzw. o) benutzt - vor das を kommt also die Sache die man erfährt.)

Nagut, die grammatikalischen Einzelheiten mögen vielleicht denen die sich damit noch nicht so beschäftigt haben im Moment noch nicht ganz einleuchten, es sei aber gesagt, dass man sich Space ALC auf jeden Fall merken sollte und nach Möglichkeit damit ein bisschen herumspielen, und Dinge die interessieren nachschauen. Die Seite wird auch von professionellen Übersetzern genutzt, weil man Nuancen oder Konnotationen aufgrund der vielen Beispiele leichter erkennt.
In den Ergebnissen tauchen evtl. wieder Kanji auf die man noch nicht kennt, aber hier hilft dann ja ein Copy + Paste nach Wadoku.de. =)

Ein Beispiel noch, um es ein bisschen weiter zu erläutern: Einfach mal ganze englische Ausdrücke, wie z.B. "get to know" eingeben. Wenn man sich hier die Ergebnisse genauer anschaut dann kann man z.B. feststellen, dass, wenn es um Personen geht die man kennen lernt, im japanischen ein anderer Ausdruck verwendet wird als wenn es um Dinge oder Tatsachen geht. Auch hier wird natürlich wieder die grammatikalische Verwendung mit angegeben. Space ALC ist also nicht nur praktisch um Worte nachzuschlagen, sondern kann auch Hilfestellung bei der Suche nach der korrekten Grammatik leisten.

Grammatik

Wie gesagt, einiges mag zum Teil schon etwas weit gehen, wenn man bedenkt, dass im letzten Artikel noch vom Kana lernen die Rede war und sonst nichts. Bevor man Seiten wie Wadoku oder Space ALC sinnvoll nutzen kann, braucht man natürlich erstmal ein paar Grundlagen in Sachen Grammatik und auch Kanji.
Spätestens wenn man Hiragana und Katakana gelernt hat, sollte man sich also auf die Suche machen nach einer Einführung in die Grammatik. Diese gibt es im Internet en masse, besonders dann, wenn man sich nicht nur auf deutsche Erklärungen beschränkt, sondern auch englische Texte liest. (Ein deutsches Beispiel wäre hier zu finden.) Ansonsten wäre dies die Stelle, an der es wohl am sinnvollsten wäre sich ein Lehrbuch anzuschaffen.

Wirkliche Empfehlungen für ein bestimmtes Lehrbuch kann ich leider nicht aussprechen, was nicht heißen soll, dass sie alle schlecht sind. Ich möchte  aber auch keine Empfehlung anhand der Amazon Rezensionen machen, wenn ich das Buch nicht selbst gelesen habe. Die Rezensionen kann sich schliesslich jeder selbst durchlesen. (Dabei sollte man übrigens bedenken, dass ein Buch, nur weil die meisten es mit 5 Sternen bewerten, nicht unbedingt gut sein muss. Es ist nunmal psychologisch gesehn so, dass man Dinge für die man bereits Geld ausgegeben hat gern auch als gut und nützlich ansieht. Übrigens die Grundlage für den Krieg PS3 gegen Xbox360 Anhänger ;)
Was ich auf jeden Fall empfehlen kann ist, dass das Buch möglichst früh, wenn nicht sogar gleich von Anfang an, die japanischen Worte mit Hiragana schreibt, oder sogar ein paar Kanji einführt. Nur so hat man auch etwas davon, die Hiragana bereits gelernt zu haben und festigt diese durch tatsächliche Benutzung.
Die "üblichen Verdächtigen" findet man hier jedenfalls wenn man bei Amazon nach "japanisch" sucht. Dabei scheint "Japanisch für Manga Fans" garnicht mal so schlecht, auch wenn es vielleicht durch das Cover und den Titel etwas unseriös wirken könnte. Aber zumindest geht es laut Rezensionen dort schnell voran und es wird auch die japanische Schrift benutzt. Das halte ich im Sinne eines Leitfadens zum lernen für sinnvoller als ein Buch das zwar einfach ist, aber nach dessen Lektüre man immernoch nicht sehr weit ist. (Siehe "Japanisch, bitte!" und dessen Rezensionen.) Wenn man etwas nicht versteht weil es zu kurz abgehandelt wird, gibt es im Internet immernoch genug Möglichkeiten sich gezielt zu informieren.

Ich könnte an dieser Stelle vermutlich auch damit Anfangen die Grammatik von 0 an aufzurollen, aber: Zum einen sind wie gesagt schon zig Beschreibungen dieser Art im Internet vorhanden und ich würde alles hier nur noch einmal wiederholen (und ich bezweifle, dass ich es besser erklären könnte), und zum anderen wäre es sozusagen ein Fass ohne Boden - selbst nach 30 Seiten hätte ich nicht einen Bruchteil der vollständigen Grammatik abgedeckt, und so weit wollte ich es dann hier doch nicht ausufern lassen. Stattdessen versuche ich lieber Methoden zu zeigen wie man sinnvoll an die Sache heran gehen kann. Nach dem Motto: Fang jemand einen Fisch und du machst ihn einen Tag lang satt, zeig ihm wie man fischt blabla, ihr kennt das. Konkrete Fragen versuche ich aber natürlich gern zu beantworten.

Ich nehme einmal an, dass die meisten die sich für die Sprache interessieren aus Richtung japanischer Filme, Anime oder Musik zu dem Thema kommen. Da z.B. Anime oder japanische Filme und Dorama Serien ja üblicherweise im O-Ton und mit Untertiteln konsumiert werden, kann ich nur empfehlen einfach mal genauer hin zu hören, und zu sehn ob man bestimmte Worte wieder erkennt, oder die grammatikalische Struktur erkennen kann. Oder, ob man nach der Lektüre von Seiten wie der weiter oben verlinkten, Dinge davon in den japanischen Dialogen wiederfindet.
Untertitel sind natürlich nicht immer eine wörtliche Übersetzung, sondern oft frei übersetzt, da es sonst auf Englisch/Deutsch sehr seltsam aussehen würde. Wenn also mal etwas nicht passt, sollte man daran nicht verzweifeln.
Gerade Dorama Serien kann ich zum lernen nur empfehlen, da die Situationen alltagsnäher sind, und das Vokabular dementsprechend auch.

Ach ja, ein kleiner Linktipp: https://www.msu.edu/~lakejess/kanjigame.html Ein Kanji und Kana Lernspiel. Hätte ich vielleicht im letzten Artikel schon verlinken sollen, aber es ist mir erst jetzt wieder eingefallen. Ich werde es dort nachträglich einbauen.

Mindestens einen Beitrag möchte ich noch schreiben um auf die Kanji etwas genauer einzugehn. Darin will ich erklären, wie man ein Kanji das irgendwo abgedruckt ist nachschauen kann. Dazu gibt es nämlich auch eine gute und kostenlose Software die glaube ich nicht allzu bekannt ist.