03.08.2010
Inception Review
Gleich am Tag des deutschen Kinostartes bin ich zur ersten Vorstellung die mein lokales Kino bot. Im Vorfeld gab es sehr viele gute Kritiken und jauchzende Menschen, die den Film im Vorfeld schon sehen konnten. Allein der Trailer weiß mit Action und tollen Effekten zu beeindrucken. Doch im Gegensatz zu Avatar ist der Film mehr als nur bloßes Effektgewitter. Mehr als bloß mit krassen Effekten Augen aus zu brennen, baut er in einem immer angemessenen Erzähltempo eine komplexe, jedoch nicht komplizierte Story auf. Man kann sämtliche Handlungen, alle Geschehnisse recht schnell nachvollziehen. Die Charaktere sind mit Ausnahme von zweien recht einfach gehalten, was dem Film aber keinen Abbruch tut. Das vorhandene Character Devolopment ist ausreichen, füllend und berührend genug. Der Cast macht seine Sache ziemlich gut und vor allem DiCaprio beeindruckt in seiner Rolle als psychisch belasteter Kobb.
Die Einzelteile dieses Produkts sind keineswegs neu oder noch nie dagewesen, aber sie wurden so geschickt zusammen geführt, dass der Kinobesuch einfach zu einem atemberaubenden Erlebnis wird. Das Pacing, die Schauspieler, die Effekte, das Setting und der mitreißende Soundtrack - das alles und einige Details vereinen sich zu einem brillanten Action Thriller.
Natürlich gibt es auch Dinge zu bemängeln. Zunächst einmal waren Leute, die schon ähnliche Filme (eXistenZ und Konsorten) gesehen haben, weniger beeindruckt von dem Film, da er abseits der Effekte anscheinend nicht wirklich neu oder aufregender inszeniert war. Dann steht noch die Enttäuschung vieler über die mangelnde Surrealitäten, die Träume bieten können. Da wurde Potential verschwendet.
Ich würde euch zu gern noch mehr über den Plot erzählen, aber bei diesem Film könnte jedes Wort zu viel sein. Seht euch lieber den Trailer an, denkt etwas drüber nach, lasst euch nicht weiter spoilern und geht ins Kino. Für alle die auf "Sex sells" verzichten können und auf intelligent inszenierte Unterhaltung steht, eine gute Empfehlung.
29.07.2010
Hell, it's about ... genau!
Also hier wird es wohl erstmal nicht mehr so viel neues geben, zumindest bis ich von meiner glorreichen Schlacht gegen die Zerg wiederkehre.
23.07.2010
Gedankenlesendes Headset
Wenn ich sowas sehe frage ich mich: Wie sieht die Welt wohl in 20 Jahren aus?
Tragen wir dann alle so ein Headset, so wie jetzt das Handy? Schliesslich waren vor 20 Jahren Handies auch noch kaum verbreitet - heute besitzt und benutzt fast jeder eines, und die Dinger können Sachen zu denen vor 20 Jahren selbst Heimcomputer noch nicht in der Lage waren.
Sicher ist die Technik dieses Headsets noch nicht perfektioniert, aber scheinbar macht man auf dem Gebiet ja sehr große Fortschritte. Beim Preis spricht die Frau im Video von einigen Hundert Dollar, also auch nicht mehr als was ein Handy heutzutage kostet und im Grunde für jeden erschwinglich.
In erster Linie wäre so ein Headset natürlich sehr praktisch für körperlich Invalide, das ist klar. Aber das Video zeigt bereits eine Menge Möglichkeiten wie man so etwas auch im Alltag verwenden könnte.
Und wenn man mal überlegt: Jemand der sich zum ersten mal an eine Tastatur oder ein Klavier setzt, sucht noch jede einzelne Taste und bringt nur sehr mühsam irgendwas zustande. Mit genug Übung gewöhnt sich das Gehirn an die Aufgaben, und die Finger bewegen sich ohne, dass man noch groß darüber nachdenken müsste. Überträgt man das einmal auf so ein Headset und überlegt, was mit genügend Training alles möglich wäre... dann liest man eventuell während der "Setup Phase" (siehe Video) einige Texte ab, und anschliessend kann dann das Headset Worte direkt aus dem Kopf lesen und auf den Bildschirm bringen.
Und selbst wenn das noch nicht möglich ist: Für die Steuerung von Computerspielen wäre es ein ganz neues Level. Für die Playstation 4 gibt es dann statt Playstation Move "Playstation Think", das die Gedanken abliest und den Controller somit ersetzt. Klingt nach Zukunftsmusik, aber ich wette in 20 Jahren gehört sowas bereits zum Alltag.
Starcraft 2
Genausowenig wie Blogposts die nur Videos enthalten die sowieso schon jeder kennt mag ich es eigentlich, Spiele im Vorfeld hochzujubeln und zu hypen, obwohl sie noch nicht erschienen sind und niemand weiß, ob sie tatsächlich gut werden.
Bei Starcraft 2 bin ich mir aber ziemlich sicher, dass es mir gefallen wird. So anders als der erste Teil wird es schliesslich nicht werden, das hat man an unzähligen Beta Videos ja bereits gesehn. Dinge wie die Einheiten oder Steuerung waren in Starcraft 1 eigentlich bereits perfekt, und Blizzard hatte jetzt 12 Jahre Zeit das ganze noch ein wenig auszufeilen.
3D Grafik in einem RTS ist inzwischen auch auszuhalten, nicht wie noch bei Warcraft 3, in dem alle Figuren in ihren Porträts beim Sprechen immer aussahen als würden sie wild auf Kaugummi herumkauen. Von den klumpigen Soldaten im Spielfeld natürlich ganz zu schweigen - Warcraft 2 war da deutlich hübscher.
Eigentlich stellt sich garnicht die Frage, ob die Missionen oder der Multiplayer Teil Spaß machen werden. Was mich im Augenblick mehr interessiert ist die Frage, wie die Story weiter gehn wird. Neben dem Strategieteil haben mich nämlich an Starcraft gerade auch die Handlung und die Charaktere immer sehr gefesselt. Das ständige hin und her von Bündniss und Verrat, doppeltes Spiel und Lügen, Feinde gegeneinander ausspielen - viel mehr als im später erschienen Warcraft 3, bei dem immer alles sehr direkt abgehandelt wurde. Aber der Trailer scheint ja anzudeuten, dass man bei Blizzard auch kapiert hat was die Story von Starcraft ausgemacht hat, und versucht das ganze im zweiten Teil so weiter zu führen.
Warum gibt es eigentlich sonst kaum noch RTS? Als hätte Blizzard das Genre mit Starcraft 1 tot geschlagen. Zur damaligen Zeit waren die Spiele jedenfalls noch recht beliebt, und Starcraft musste sich damals immer messen mit "Total Annihilation", einem Spiel das heute vermutlich kaum jemand mehr kennt.
Damals war ich noch überrascht, dass es in Starcraft überhaupt keine "Felder" mehr gab, denn zu der Zeit war es üblich, dass auf dem Spielfeld quasi ein Raster lag, und eine Einheit immer nur auf einem bestimmten "Feld" davon stehen konnte. Bei Starcraft dagegen konnte man die kleineren Einheiten viel dichter zusammen drängen als große, und alles hat sich dadurch viel fliessender bewegt als in den Spielen bis dahin.
Die Art, wie die Story in den Missionen mittels der Einheiten erzählt wurde war damals auch neu und sehr interessant. Zum Teil mag es das in C&C schon gegeben haben, aber richtig ausgebaut wurde es erst in Starcraft. Mit dem Missionseditor habe ich Tage und Wochen verbracht, und eigene Missionen gebastelt mit Triggerfutzelei, die zum Teil sogar selbst aufgenommene Soundfiles für Sprachausgabe enthielten. Zu schade, dass die mir über die Jahre irgendwann abhanden gekommen sind, wäre bestimmt lustig das jetzt nochmal zu hören.
Starcraft hat das RTS Genre auf jeden Fall stark beeinflusst und viele Neuerungen gebracht. Seither sind eigentlich nur noch Kleinigkeiten dazu gekommen. Ich denke übrigens, der Grund wieso es kaum noch RTS gibt ist, dass sie designtechnisch sehr viel höhere Anforderungen an den Entwickler stellen als Shooter oder andere Actionspiele. In einem RTS müssen verschiedene Rassen aufeinander abgestimmt und ausbalanciert werden, und seit Starcraft sollen die am besten auch noch möglichst verschieden zu spielen sein. In den meisten Spielen zuvor gab es zwar auch unterschiedliche Fraktionen, diese wichen aber meist nur um ein paar Einheiten voneinander ab.
Der Spieler selbst muss ausserdem bei jedem RTS Spiel neu lernen, was welche Einheit macht, welches Gebäude was produziert und was die besten Taktiken sind. In Shootern ist sowas immer sehr ähnlich, und kein Hersteller wird des Plagiarismus bezichtigt weil er auch eine Shotgun in sein Spiel einbaut, obwohl es die schon in Doom gab. Von daher sind Shooter wahrscheinlich einfacher an den Mann zu bringen, da jeder auf den ersten Blick etwas mit den typischen Dingen anfangen kann, und die Steuerung meist auch etwa die Gleiche ist. Zugleich muss sich der Entwickler für einen typischen Shooter dann auch nicht mehr viel einfallen lassen. Und weil man weiß, dass hier das Standardkonzept seine Anhänger hat, ist auch das Risiko recht klein.
Schade schade... aber zum Glück wird mich Starcraft 2 ja dann erstmal lange Zeit zufrieden stellen. =D
19.07.2010
Matsuri
Gestern war ich nämlich mit ein paar Freunden bei einem Matsuri, einem Volksfest bzw. Feier, wie sie zu dieser Jahreszeit ziemlich häufig sind.
Die Google Bildersuche liefert hier natürlich auch einige Resultate, allerdings findet man so eher Bilder von den größeren Straßenumzügen. In meiner Gegend finden die Matsuri eher in Parks statt, auf einer großen Wiese.
Erstmal ein paar Bilder, um einen ungefähren Überblick über die Größenordnung und den Aufbau zu geben. Die Bilder kann man zum Vergrößern übrigens anklicken.
In der Mitte des Platzes steht ein Holzgerüst an dem Schnüre mit Laternen befestigt sind, und umrahmt wird das ganze von einer Menge Buden in denen entweder Essen oder Getränke verkauft werden, oder in denen es Spiele gibt oder einfach billigen Plastikschnickschnack und Spielsachen zu kaufen gibt.
Die meisten Essensbuden verkaufen Sachen wie Okonomiyaki oder Takoyaki, aber auch oft "fried chicken" oder Frankfurter. Diese Würstchen heißen in Japan auch Frankfurter. Leider ist das Bild das ich von der Bude gemacht habe, die mit Würstchen im "deutschen Stil" und einer aufgemalten Deutschlandflagge geworben hat, total verschwommen geworden. Und naja, deutscher Stil... es war eben ein typischer "Franku" und damit im Vergleich zu deutschen Würstchen ziemlich weich. Ausserdem isst man die Dinger in Deutschland ja normalerweise nicht vom Spieß, aber gescheite Brötchen gibt's in Japan eben nicht.
Auch lustig war eine Bude die Döner Kebab verkauft hat, oder bessergesagt "Donel Kebab":
Der Spieß mit dem Fleischklumpen daran hat schonmal sehr authentisch gewirkt, aber eins der Endprodukte habe ich nicht genauer in Augenschein genommen. Dort auf dem Schild steht ja auch etwas von Chicken, also vermutlich war das ganze Ding auch nicht aus Lamm sondern eben aus Hühnchen.
Hier mal einige Bilder von ein paar der Spiele. Zum Beispiel Ringe werfen um Bilder von Promis zu ergattern, woohoo!
Beim Spiel im untersten Bild geht es darum, eine vorgestanzte Form mittels eines Reiszwecken auszustechen, ohne, dass diese kaputt geht. Das ist nicht gerade einfach, da die Formen immer auch sehr dünne Stellen haben die leicht mit kaputt gehn.
Und weil die Bilder die Atmosphäre nur halbwegs wieder geben können, hier nochmal ein kurzes Video:
Wie man merkt herrscht da natürlich eine Menge Lärm, nicht nur wegen der vielen Leute, sondern auch wegen der Musikkulisse, zu der in der Mitte auch Leute tanzen.
Die meisten Besucher sind entweder Jugendliche, also Schüler die mit ihren Freunden hin gehen, oder Eltern die ihre kleinen Kinder im Schlepptau haben. Und wie man sieht tragen viele Leute, besonders junge Mädchen, zu sowas auch gern mal einen Yukata.
Einen besonderen Anlass hat dieses Matsuri übrigens nicht. Der Tag darauf (also heute) ist "Umi no hi", der Tag des Meeres, und ein Feiertag, aber die Woche davor war an der selben Stelle auch schon Matsuri, also ein direkter Zusammenhang besteht glaube ich nicht.
Im Grunde lassen sich japanische Matsuri gut mit einer deutschen "Kirmes" vergleichen. Die kleineren Kirmes in Deutschland besitzen schliesslich auch nicht alle Achterbahnen und Autoscooter, sondern belaufen sich auf ein paar Schießbuden und ein Bierzelt. Matsuri stehen im Zusammenhang mit Tempeln, während Kirmes (was abgeleitet ist von "Kirchmess") mit der örtlichen Kirche in Verbindung stehn, aber im Endeffekt steht in beiden Fällen das Volksfest im Vordergrund.
Gegen 10 Uhr Abends ist bei einem Matsuri übrigens auch schon wieder Schluss, vermutlich aus Rücksicht auf die Anwohner. Auch wenn auf den Bildern und im Video der ganze Platz nämlich von Bäumen umrandet ist, stehen dahinter direkt wieder Häuser. Zwar bleiben einige Leute auch noch länger am Ort des Geschehens, da die Buden aber alle dicht machen löst sich das meiste tatsächlich gegen 22 Uhr schon auf, und die Straßen füllen sich dafür mit Leuten auf dem Heimweg.