02.12.2011

The Elder Scrolls: Daggerfall

Skyrim hat mein Interesse an den älteren Teilen geweckt, und so habe ich mich entschlossen, mal in Daggerfall rein zu schauen. Heute mit besonders vielen Bildchen!




Ich weiß noch, dass 1996 einer PC Games Ausgabe ein Sonderheft zu Daggerfall beilag. Warum man den Test nicht einfach in's Heft machen konnte ist mir ein Rätsel. Vielleicht war es eine Last Minute Sache, und im Heft selbst war nicht mehr genug Platz übrig. Jedenfalls hat man es zu dieser Zeit in etwa so formuliert, dass besondere Spiele auch einer besonderen Berichterstattung bedürften.
Schade eigentlich, dass ich das Heft nicht hier habe, sonst wäre es sicher lustig gewesen mal rein zu schauen.

Gespielt habe ich Daggerfall zu der Zeit dann allerdings nicht, und auch keiner meiner Freunde oder Bekannten hat sich besonders dafür interessiert. Inzwischen ist das Spiel Freeware geworden und kann von der Elder Scrolls Seite herunter geladen werden. Das habe ich dann auch getan, Dosbox angeschmissen und das Spiel dort installiert.



Jep, auf der Karte sind auch Morrowind und Skyrim mit drauf. Aber auch wenn mich Skyrim dazu animiert hat Daggerfall zu spielen, habe ich mich für High Rock als meine Heimatprovinz entschieden, da mir Breton in den anderen Spielen immer am besten gefallen hat.
Nach der Wahl der Rasse wird es dann etwas abstrakter, wenn man die Werte des Charakters auswählen darf.


Neben dem Adjustieren von Attributen und dem Auswählen der Haupt- und Nebenskills, darf man für seinen Charakter auch einiges an Vor- und Nachteilen hinzufügen, die den Difficulty Slider beeinflussen. Jeder Nachteil, wie z.B. besondere Empflindlichkeit gegenüber Feuer oder Eis, senkt das Dolch-Icon in der Anzeige, was bedeuted, dass der Charakter seine Fähigkeiten schneller steigert. Zur Auswahl gibt es da eine ganze Menge an Dingen, z.B. dass man in der Dunkelheit schlechter zaubert oder verbotene Materialen oder Waffentypen a la D&D. Da ich Long Blade als Hauptskill gewählt habe, habe ich Dinge wie Äxte usw. als verbotene Waffen eingetragen. Und ich sollte natürlich auch mit der Vermutung richtig liegen, dass man ohnehin zu Anfang ein Schwert in die Hand gedrückt bekommt.
Auch interessante Dinge, wie z.B. Phobien vor gewissen Arten kann man wählen. Dort gibt es sogar "Humanoid" zur Auswahl, also selbst eine soziale Phobie kann man dem Charakter mitgeben. Nimmt man noch dazu "Damage from Sunlight" dann hat man den perfekten Nerd als Charakter.

Interessant ist auch die Vielzahl an Skills, auch wenn bei vielen schwer abzuschätzen ist, wofür sie gut sind. Hier mal die Liste meiner Misc-Skills:


Ja, ich habe die Klasse "Pwnerer" genannt, ein bisschen Optimismus kann nie schaden.
Was sich hinter Dingen wie "Impish" oder "Orcish" verbirgt kann ich nur raten - vermutlich hat es etwas mit dem Schaden oder der Trefferchance gegen bestimmte Kreaturen zu tun. Ein weiterer interessanter Skill ist "Etiquette", was sich evtl. auf die Dialoge bezieht.
Das Dialogsystem ist übrigens insofern interessant, als dass man jeweils zwischen höflichkeitsneutralem, direktem oder höflichem Verhalten auswählen kann. Zusätzlich wählt man ein Stichwort das als Thema dient. Anders als bei Morrowind oder Oblivion wird auch angezeigt, was der eigene Charakter schliesslich sagen wird, bevor man die Dialogoption bestätigt.
Hin und wieder bekommt man mit bestimmten Höflichkeitslevels andere Antworten, und jemand der zuvor vielleicht nur sagte "das liegt im Westen" markiert uns dann die Position des gewünschten Ortes auf der Karte. Tiefgreifendere Auswirkungen habe ich aber noch nicht feststellen können. Auch wenn es später hieß, man sollte zum König nur "Polite" sprechen, hat er mir ebenfalls geantwortet als ich "Blunt" gewählt habe.

Zu Anfang des Spiels gibt's aber eh noch keine Plaudereien, denn wie der Einleitungstext erklärt, ist man schiffbrüchig und hat sich gerade so in eine Höhle retten können, aus der es nun zu entkommen gilt. Das Spiel beginnt somit in einem Dungeon, und man bekommt auch angeboten, sich ein paar Tutorialtexte anzeigen zu lassen.


Wie nicht anders zu erwarten war, ist der erste Dungeon nicht ganz ohne. Vermutlich hängt die Schwierigkeit auch stark vom erstellten Charakter ab. In weiser Voraussicht habe ich deswegen auf Kampfskills gesetzt, da Magie in solchen Spielen in der Regel am Anfang etwas schwächlich ist. Tatsächlich, obwohl ich zumindest die Option für Magie offen lassen wollte, hatte ich zu Beginn des Spiels dann nichtmal genug Mana um einen einzigen Zauber zu sprechen. Dafür hätte ich wohl einen der speziellen Vorteile auswählen müssen, die bis zu dreifaches Mana geben können.

Die Steuerung lässt sich umstellen auf WASD plus direkte Maussteuerung, und somit bewegt man sich wie gewohnt durch die Gänge. Nicht unbedingt selbstverständlich, denn die Standardeinstellung sieht eher vor, dass man mit der Maus an den Bildschirmrändern Richtungen vorgibt, in die man dann läuft oder sich dreht, ähnlich wie bei Might & Magic oder Wizardry. Angegriffen wird, indem man die rechte Maustaste gedrückt hält und dann die Maus bewegt, was verschiedene Attacken ausführt. Das funktioniert nicht schlecht, auch wenn es mit einer Menge Mausgefuchtel verbunden ist. Doch auch wenn es im Screenshot vielleicht so aussehn mag, spielt sich Daggerfall weniger wie ein Actionspiel, da in erster Linie die Trefferchance des Charakters beeinflusst ob der Gegner getroffen wird oder nicht. Besonders zu Anfang fuchtelt man also schonmal eine ganze Weile in der Luft herum, bevor der Feind in's Gras beisst. Oder eben man selbst, wenn's garnicht gelingen will.

Wovor das Tutorial nämlich auch nicht warnt ist, dass direkt im zweiten Gang eine Tür ist, hinter der ein Flatterviech lauert welches mich nicht nur mit 1-2 Feuerbällen umbringen konnte, sondern sich auch garnicht von meiner Startwaffe verletzen liess. Das Spiel zeigt einem also ganz schnell wo der Hammer hängt. Auch ein Skelett, wie auf dem Bild da oben, lässt sich nicht sehr leicht besiegen. Bei der ersten Begegnung musste ich ganz einfach dran vorbei rennen. Der schlechten KI sei dank, hat es das Viech auch nicht geschafft mir in den nächsten Raum zu folgen.
Anhand der detailierten Charaktererstellung und den harten Gegnern merkt man recht schnell, dass hier ein anderer Wind weht als in Spielen wie Oblivion oder Skyrim.


Da man in den Kämpfen unweigerlich auch Treffer abbekommt, geht früher oder später die Lebensenergie zuneige. Ich bin mir nicht sicher ob es nur an meinem hohen Endurance Wert lag, der mir laut Menü irgendeinen Regenerationsbonus verschaffte, aber die HP laden sich durchaus nach einer Weile von allein auf. Allerdings quälend langsam.
Eine schnellere Methode ist es zu Rasten, was jedoch nur funktioniert wenn keine Gegner in der Nähe sind. Doch auch wenn kein Monster zu sehen war, verweigerte mir das Spiel zuerst die Rast mit einem "Enemies are nearby", und so war ich zum Teil gezwungen ewig rumzustehen, um gegen den nächsten Feind eine Chance zu haben. Vor jedem Kampf zu Speichern ist zudem am Anfang Pflicht, denn man weiß nie ob man selbst oder der Gegner als erstes ein paar Treffer landen kann. Es erinnert ein wenig an Baldur's Gate 1, wo die Kämpfe auch besonders gegen Anfang extrem unberechenbar waren.
Mit der Zeit stabilisierte sich die Sache dann etwas, und irgendwann konnte ich auch Rasten. Zudem findet man natürlich hier und da ein neues Ausrüstungsteil, und nach einem kleinen Weilchen kommt man im Dungeon sehr gut voran. Auch die Flatterviecher, denen man Anfangs so schnell zum Opfer gefallen ist, müssen dann weichen. Da ich nicht von Anfang an wie selbstverständlich durch den Anfangsdungeon marschieren konnte, war natürlich auch das Gefühl ein anderes, endlich doch mal an Überlegenheit zu gewinnen, und Gegner mit ein paar Schlägen wegzuhacken.


Dieser unscheinbare Bogen in der Wand, mit dem Totenschädel drin, ist nicht etwa ein Kamin oder eine  Verzierung, sondern der Ausgang. Bis ich das kapiert hatte verging einige Zeit, in der ich immer wieder den ganzen Dungeon abgegrast habe in der Vermutung, ich hätte irgendwas übersehen. Genau der gleiche Ausgang, inklusive Totenkopf, wird übrigens auch im Schloss der Stadt Daggerfall verwendet. Welch martialische Inneneinrichtung.
Dass man den Ausgang nicht sofort als solchen identifiziert mag auch daran liegen, dass der gesamte Dungeon extrem verschlungen und verworren ist, und somit keinen definitiven Endpunkt hat. Orientierung ist ohnehin nicht meine Stärke, und die Automap trägt auch nicht viel dazu bei, es einfacher zu machen.


Auch wenn sich die Ansicht rotieren und zoomen lässt, sieht man jeweils nur einen Teilausschnitt der Karte. Durch die vielen übereinanerliegenden Ebenen und die Tatsache, dass man nie genug vom Dungeon sehn kann, und somit auch noch Schwierigkeiten damit hat auf der Karte zu erkennen welcher Raum nun welcher ist, wird die Map fast gänzlich nutzlos. Der Dungeon ist nämlich keineswegs linear und beschränkt sich auch nicht nur auf Abzweigungen die letztlich in Sackgassen führen.Stattdessen leiten ständig wieder Wege zurück in andere Räume, auf andere Stockwerke und hin und her, vor und zurück. Für jemanden wie mich fast schon ein Labyrinth. In einem größeren Dungeon müsste ich mir sicherlich einige Notizen machen.
Aber auch wenn ich leicht bei sowas in's Schleudern komme, ist das Navigieren an sich wie eine weitere Ebene der Herausforderung, die auch Spaß macht, und die in den späteren Spielen leider ebenfalls fehlt. (Das ist auch wieder so eine Sache die ich nur solang sage, bis ich irgendwo mal wirklich nicht mehr weiter komme...)


An der Oberfläche angekommen könnte man sich dann theoretisch per Kompass in Richtung Daggerfall orientieren, welches man als erstes aufsuchen soll, und loswandern. Allerdings ist dieses Spiel bekannt für die Größe des Geländes, und im Gegensatz zu den späteren Spielen sind die Strecken dazwischen nicht mit allerlei interessanten Dingen versehen. Einfach nur eine Fläche mit ein paar Bäumen, die sich bis in's Unendliche erstreckt. In Daggerfall darf man dafür von Anfang an die Schnellreisefunktion benutzen.
Hier wählt man aus ob man zu Fuß oder mit dem Schiff (falls möglich) reisen möchte, ob man in Gaststätten halt macht oder unter freiem Himmel, und bekommt dann angezeigt wieviel Zeit und Geld die Reise in Anspruch nehmen wird. Sehr Schade, dass das später so nicht übernommen wurde, denn es bewirkt deutlich stärker das Gefühl einer zurückgelegten Distanz, als nur zu klicken und augenblicklich am Zielort zu stehen.


Angekommen in Daggerfall kann man seinen Loot verkaufen, den man aus dem Dungeon mitgebracht hat, und sich dann zum König aufmachen. Die Hauptaufgabe besteht laut Logbuch zuerstmal darin den Geist des Königs Lysandus zu vertreiben, der Daggerfall heimsucht, sowie sich um einen vermissten Brief zu kümmern, der eigentlich an die Königin addressiert war.
Ich bin mir nicht sicher ob ich etwas übersehn habe, jedenfalls konnte ich über diese Themen im Schloss des Königs überhaupt nichts in Erfahrung bringen. Stattdessen habe ich die eine oder andere kleine Aufgabe bekommen, in eine andere Stadt zu Reisen um irgendwas abzuliefern. Gesagt, getan.
Wie es danach weiter gehn soll ist mir nicht so ganz klar. An irgendeiner Stelle ist ein Bote aufgetaucht und hat mir einen Brief gegeben, den ich allerdings weder im Inventory noch im Logbuch wiederfinden kann. Im Schloss gibt es allerlei Aufträge anzunehmen, die sich allerdings meist darauf beschränken in einer anderen Stadt einen NPC ausfindig zu machen und diesem irgendwas zu überbringen.
In Daggerfall ist zudem Nachts, im Gegensatz zu anderen Städten, die wohl ein ziemliches Nightlife haben, zu später Stunde niemand mehr in den Straßen zu finden. Dafür brüllt hin und wieder mal eine Stimme "Vengeaaaance", was wohl besagter König Lysandus sein wird.
Gespräche mit den NPCs beschränken sich ansonsten auf das Erfragen von Informationen, bzw. Weganweisungen.
Dann wären da noch die Gilden, in denen man ebenfalls Quests bekommt, oder man könnte natürlich auch einfach so in einen der unzähligen Dungeons gehen und nach besseren Items suchen. Wobei mir das Verbessern des Charakters nur zum Selbstzweck, ohne irgendein Ziel auf das es hinzuarbeiten gilt, auch nicht sonderlich gefällt.
Eventuell schaue ich mal bei GameFAQs nach, um zumindest sowas wie einen roten Faden zu finden.
Der erste Dungeon an sich hat jedenfalls Spaß gemacht, und die vielen Skills laden schon dazu ein noch ein bisschen rumzuprobieren. Nur ein wenig verloren komm ich mir an dieser Stelle im Spiel vor, ohne Vorstellung davon, was ich überhaupt machen soll.

Kommentare:

  1. Klingt ja spannend..
    Ich hab mit skyrim auch wieder ein wenig Lust auf die alten Teile gekriegt. Allerdings erst ab Morrowind. Mit Grafik wie in den Bildern oben gefallen halte ich es nich mehr aus. Obwohl ich damals riesen fan von Might & Magic 5 und 6 war.
    Morrowind war der erste Teil der TES Reihe, den ich gespielt hab. War extrem begeistert. Allerdings hatte ich enorme Probleme meinen Sammeltrieb zu kontrollieren. Alles klauen, verkaufen, den Händler umbringen und dem wieder alles abnehmen und woanders verkaufen.. Musste mich sehr beherrschen.. danach bin ich dann in kürzester Zeit in Nebnquests versunken. Habe irgendwann aufgehört zu spielen. Weiß nich warum. Aber fand das spiel echt gut, obwohl ich von der Story kaum was mitgekriegt hab.
    Oblivion dann genauso. 10.000 Mods installiert die noch mehr Burgen und Quests und so hinzufügen, dann 50 Stunden lang Nebenquests gemacht, dann keine Lust mehr aufs richtige Spiel :D
    In Skyrim spiele ich zum ersten Mal ausgewogen und kann auch den Sammeltrieb so halbwegs im Zaun halten.
    Bin aber interressiert, was du noch so schreibst. Spiel doch bitte alle 4 Spiele durch und schreib ganz lange Reviews ;) Dann muss ich nich selber spielen :P

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  2. Ach hast du dir inzwischen auch Skyrim gekauft. =)
    Ich finde die Grafik in Daggerfall fast angenehmer als in Morrowind. Mit ein paar Mods steht Morrowind zwar technisch garnicht so schlecht da, aber Figuren und die Animationen sehn immernoch grausam aus.
    Da zieh ich dann die Sprites aus Daggerfall doch vor.

    "Alles klauen, verkaufen, den Händler umbringen und dem wieder alles abnehmen und woanders verkaufen.."

    Haha, ja... habe Morrowind auch mal ein wenig angefangen. Zu der Zeit konnte ich das nur kurz spielen, da kurz nachdem ich entdeckt hatte, dass wir das überhaupt haben, mein Vater es verkauft hat.

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  3. Dank deines Reviews habe ich Skyrim gekauft. Und soeben habe ich Platin erlangt, wohoooo!!
    Habe gfühlte 500 Stunden nur Nebenquests und so gemacht. War dann so overpowered, dass ich eine unschlagbare Rüstung hatte, max Level, alle Skills hoch und unendlich viel Geld. Jeder Gegner mit 1 Schlag tot..
    Da hab ich mir dann gedacht, dass es Zeit ist die Hauptquests fertig zu machen.
    Und nu bin ich fertig. Und dank Platin spiele ich auch nicht mehr weiter, obwohl es hier und da noch einige Sachen zu tun gäbe..
    Aber war n geiles Spiel. Ich warte schon auf den DLC. Gibt ja garantiert welchen, das Geld lassen die sich nich entgehen..

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  4. @ Miew
    "Ich finde die Grafik in Daggerfall fast angenehmer als in Morrowind. Mit ein paar Mods steht Morrowind zwar technisch garnicht so schlecht da, aber Figuren und die Animationen sehn immernoch grausam aus.Da zieh ich dann die Sprites aus Daggerfall doch vor."

    Hier kann ich dir wirklich nur zustimmen. Ich selbst habe mir damals Morrowind geholt, es aber recht schnell wieder aufgegeben, weil ich das Design einfach schrecklich fand. Ich sag ja immer, lieber eine Pixelige 2D Grafik, als eine miese 3D Grafik. Mit diesem Artikel hast du jetzt auch mein Interesse an diesem Game geweckt und ich werde es mir nachher mal laden und antesten.

    Die Grafik erinnert mich ziemlich an Doom, doch scheinen die Möglichkeiten viel größer zu sein.

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  5. Hm, ich glaube die Miew ist verschwunden. Oder tot.

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    1. Frage mich auch schon länger wo sie steckt. =O Vermisse ihre Trollkommentare!

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