01.12.2010

Über Ausländer und Integration - Deutschland undJapan

In der Schweiz wurde kürzlich durch eine Volksabstimmung ein Gesetz gefordert, laut dem kriminelle Ausländer in ihr Heimatland abgeschoben werden sollen. Ob und wie genau das umgesetzt wird steht so weit ich weiß noch nicht ganz fest, und die Details sollen an dieser Stelle auch garnicht so wichtig sein. Worum es geht, ist das Empören, welches solch eine Entscheidung wieder mal auslöst. Immerhin hat der größte Teil der Schweizer für das Gesetz zur "Ausschaffung von kriminellen Ausländern"gestimmt, und ist somit dafür, Leute einfach aus dem Land zu werfen wenn sie sich nicht benehmen können.
Ich bin grundsätzlich eher unpolitisch, da ich mir nicht anmaße über Dinge zu urteilen, über die ich doch nicht ganz im Bilde bin. Die Auswirkungen, Ursachen und die gesamte Tragweite politischer Entscheidungen geht weit über meinen Horizont hinaus (und vielleicht auch über den einiger Politiker). Ein klares Ja oder Nein zu so einer Entscheidung werde ich also nicht abgeben, aber ein paar allgemeine Gedanken zum Thema möchte ich doch mal loswerden.


Viele unterstellen bei solchen Forderungen gleich Fremdenfeindlichkeit, generellen "Ausländerhass", mangelnden Willen einer Integration entgegen zu kommen, oder ziehen gar Vergleiche zum dritten Reich. Es mag an den Haaren herbeigezogen klingen, aber in längeren und hitzigeren Diskussionen zu diesem Thema fällen solche Worte dann doch immer wieder.
Die Kontroverse um das Thema muss ich ja hier sicher niemandem erklären.
Schaut man sich auf der anderen Seite mal die Einstellung in Japan zu ähnlichen Dingen an, sind die Samthandschuhe, mit denen man in Deutschland solche Themen anfasst, kaum zu sehn.
Ich bin mir ehrlichgesagt nicht sicher wie es gesetzestechnisch steht, also ob ein Ausländer damit rechnen muss seine Aufenthaltserlaubnis zu verlieren wenn er ein Verbrechen begeht, überraschen würde es mich jedoch nicht. So gibt es in Japan meines Wissens nach auch keine gesetzliche Grundlage um die Diskriminierung von Ausländern zu verhindern. Und natürlich ist die gesetzliche Grundlage eine wichtige Sache, viel wichtiger finde ich jedoch die Meinung die in der Bevölkerung vorherrscht.

Japan hat in Sachen 2.Weltkrieg eine ähnliche Geschichte wie Deutschland... nunja, oberflächlich betrachtet zumindest. Natürlich ohne Judenverfolgungen, aber Massaker an der chinesischen Bevölkerung, und Experimente, die denen von Dr. Mengele in nichts nachstehn dürften, gehen auch auf das Konto Japans. Auf der anderen Seite hat natürlich Japan von jeher eine ganz andere Beziehung zu Amerika, gegenüber dem man, wie Deutschland ebenfalls, letztendlich kapituliert hat. Allerdings haben nicht wenige Amerikaner selbst deutsche Vorfahren, und das gibt der ganzen Sache in bezug auf Deutschland noch einmal eine ganz andere Note. Es dürfte schwer sein, den Marshallplan in Deutschland mit Japan unter MacArthur zu vergleichen, und somit ist wohl auch das Gefühl, welches gegenüber dem zweiten Weltkrieg zurückbleibt, ein ganz anderes.
Während die Deutschen geradezu in ihrem Selbsthass aufgehen, kommt von Japanern oft eher ein fingerschnippendes "Ach mist, wir haben den Krieg verloren". Während man den Kindern in deutschen Schulen eintrichtert wie böse die Nazis damals waren, werden die dunkleren Kapitel japanischer Geschichte lieber übergangen. Direkt darauf angesprochen habe ich übrigens nur mal eine gute Freundin, die meinte sie hätte das Zeug dann privat nachgelesen weil es sie interessiert hatte.
Ich denke der zweite Weltkrieg hat viel von dem geprägt wie man heute in Deutschland mit dem Thema Ausländer umgeht, und hier findet man schonmal ein paar grundlegende Unterschiede zu Japan.

Wie dem auch sei, geht man in Japan das Thema eben nicht so vorsichtig an wie in Deutschland. Dabei sind Japaner im allgemeinen ja eher zurückhaltend damit, jemand offen und direkt zu kritisieren. Aber wenn es um nicht anwesende Personen geht, nimmt doch irgendwie niemand ein Blatt vor den Mund...
Dabei geht es normalerweise nicht um irgendeine Rassenideologie (auch wenn es solche Leute ebenfalls gibt), sondern eher um Stereotypen und Negativbeispiele.
Über Chinesen habe ich schon so oft gehört, dass sie sich nicht ordentlich entschuldigen könnten, sondern versuchen würden ihre Fehler zu rechtfertigen. Phillippinerinnen arbeiten grundsätzlich als Hostesse, Prostituerte, oder beides, und alles was aus Europa kommt (also Amerikaner) ist ja sowieso nur laut und aufbrausend. Über Schwarze heißt es nur "kowai", also furchteinflössend.
Es meinte mal jemand, dass Ausländer allgemein in letzter Zeit ein großes Problem in Japan seien, und das wo der Ausländeranteil gerade mal bei 1-2% liegt.
Und wenn man schon bei Statistiken ist, dann kann man auch gleich die Verbrechensrate heranziehen, laut der sowohl in Deutschland als auch in Japan ein überproportional großer Teil der Straftaten von Ausländern begangen wird.

Ich habe noch nie im Leben mit einem Schwarzen (Farbigen? Afro Amerikaner? Was darf ich schreiben?) geredet. Mein Bild von den Leuten basiert fast nur auf der Darstellung in den Medien, und den paar flüchtigen Eindrücken von Menschen die ich irgendwo in der Bahn oder so gesehn habe. Vor einiger Zeit kam mir einer auf der Straße entgegen, und im Vorbeigehn sprach er mich an mit "Hi girl". Fabelhaft. Ich habe natürlich nicht drauf reagiert und bin einfach weiter gegangen. Wenn er mich schon so anspricht, hat er die nächste Frau die ihm begegnet ist sicher auch angesprochen, und die nächste usw., bis mal eine reagiert... und dann? Anmache vermutlich, denn nach dem Weg fragen will jemand der mit "Hi girl" anfängt ganz bestimmt nicht. Super toll, meine einzige Begegnung mit einem Schwarzen, selbst bei aller Neutralität zumindest ein negativer Input für mein Unterbewusstsein.
Bekannte, die mal in Italien oder Frankreich waren, meinten, dass die Schwarzen dort ja so furchtbar gruselig wären und z.B. auf einen zukämen um ein Foto zu machen und dann anschliessend Geld dafür zu verlangen. Das sind auch nicht gerade die Dinge, die zu einem guten Bild führen. Oder vielleicht bin ich auch einfach nur eine blöde Rassistin?
Natürlich werde ich nicht mein Bild von Millionen von Menschen ändern, nur aufgrund einer einzigen Erfahrung, aber andererseits trägt jeder Mensch der sich in einer fremden Kultur aufhält auch ein wenig Mitverantwortung für andere aus seiner eigenen Kultur. Wenn ich nur einmal im Leben einem Schwarzen begegne, prägt mich diese Begegnung natürlich mehr, als wenn ich ständig mit welchen zu tun hätte.

Hier liegt denke ich ein gewisser kultureller Unterschied: In Japan ist es zum Beispiel, stärker als in Deutschland, so, dass die Handlungen eines Familienmitglieds das Bild der Familie als Ganzes beeinflussen. Natürlich schliesst man auch in Deutschland gern mal vom Kind auf die Eltern, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und so, aber insgesamt halte ich solches Denken in Japan für ausgeprägter. Ähnliches gilt wohl auch für Firmenangestellte oder sonstige Gruppierungen. Jeder der Teil einer Gruppe ist, trägt nicht nur die Verantwortung für sich selbst, sondern auch für die Gruppe. Wen wundert es da, dass das Verhalten einer Person die einer Minderheit angehört auf andere Angehörige dieser Minderheit zurückfällt?
Westlichen Gesellschaften sagt man nach, dass das Individuum stärker im Vordergrund stände, und ich finde das passt sehr gut auf die Denkweise die sich zeigt im Bezug zu Themen wie Rassismus, Ausländerfeindlichkeit oder ähnlichem.
Man sollte trennen zwischen Rassismus im Sinne einer Rassenideologie, genereller Fremdenfeindlichkeit im Sinne von "Kenn ich nicht, mag ich nicht" und einem Übertragen von positiven oder negativen Eindrücken von einem Einzelnen auf andere Angehörigen der gleichen Gruppe, um es mal ganz allgemein zu formulieren.
Natürlich will ich damit nicht sagen, dass es in Japan nicht auch ganz stumpfe Fremdenfeindlichkeit gibt, oder dass in Deutschland nicht auch die Taten einer Person auf eine ganze Gruppe zurückfallen können, aber ein paar Tendenzen zeichnen sich doch ab.

Meiner Meinung nach gibt es hier keine eindeutig richtige und falsche Ansicht oder Denkweise, beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile. Weder hilft rigoroses Gruppendenken und totschweigen von historischen Problemen den Ausländern dabei sich zu integrieren und ein gesunders Verhältnis zum Gastland aufzubauen, noch sorgt ein übersteigerter Individualismuswahn und nationaler Selbsthass dafür, dass Einwanderer Verantwortung übernehmen und sich sinnvoll an die Gesellschaft anpassen.
Die Frage ob es ok ist, verbrecherische Ausländer in ihr Heimatland abzuschieben, beantwortet das zwar wie gesagt nicht, aber vielleicht könnten Länder wie Japan und Deutschland von einander lernen wenn es um solche Themen geht. Dann könnte man in Deutschland mit mehr Mut an solch ein Thema heran gehn, während Japan ein wenig mehr Feingefühl walten lassen könnte.Das scheinen mir zumindest die Dinge zu sein, von denen jeweils in einem Land zu viel und im andern Land zu wenig vorhanden ist.

Kommentare:

  1. Man muss immer aufpassen, wie man sich zu sowas äußert..
    Generell würd ich aber auch sagen, Ausländer, die ein Verbrechen begehen, sollen sofort abgeschoben und in ihrem eigenen Land verurteilt werden. Außer vllt wenn es um staatliche angelegenheiten geht, wie z.B. Mord am Kanzler oder so.
    Das gilt natürlich nur für die Ausländer, die auch Ausländer sind, da sie z.B. seit einem Jahr in DE wohnen und noch keinen Pass haben. Wer schon seit 20 Jahren in DE wohnt und immer ein guter Bürger war, sollte vielleicht anders behandelt werden. Komplizierte Sache..
    Man muss einfach sehen, wer einfach ein problematischer Einwanderer ist und wer ein integrierter Bürger mit leichten Ungeschicken ist.
    So etwas kann ich kaum beurteilen. Kann wohl kaum jemand, daher ist es auch so schwer wirklich ein klares Gesetz zu etablieren.
    Was Schwarze angeht.. witzigerweise haben fast alle Schwarze, die ich getroffen habe, bis jetzt in irgendein Clichee reingepasst. Aber es gab auch einige andere. Man darf hier genauso wenig urteilen wie bei allen anderen. Gerade diese Vorurteile sind oft der Grund für sich selbst. Wenn man jemanden in eine Nische drängt, verhält er sich auch dementsprechend.

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  2. Puh, schwieriges Thema. Dass die Schweizer Bevölkerung so vehement gegen kriminelle Ausländer vorgeht überrascht mich nicht. Derartiges Gedankengut kam ja schon in der Vergangenheit öfter vor. Man denke nur mal an die Diskussion um das Minarett-Verbot. Dafür an anderer Stelle dann aber schön das Geld der Welt verwalten. Sei es nun von Geschäftsmännern aus den USA oder südamerikanischen Drogenbaronen. Lächerlich.

    Vollkommen unrecht haben die Schweizer jedoch nicht. Auch ich bin dafür, Ausländer abzuschieben wenn sie hier Probleme machen. Hab nämlich keinen Bock, die Jungs zehn Jahre lang im deutschen Knast mit meinen Steuergeldern durchzufüttern. Ich selbst habe mit einem italienischen Vater zwar auch Migrationshintergrund, aber fühle mich eher mit diesem Land verbunden als mit Italien. Wen wunderts, immerhin bin ich hier aufgewachsen, habe als Kind bewusst nur Deutsch gelernt und in internationalen Kreisen verkehrt. Also gemischte Schulklassen. Keine speziellen Ausländerklassen, wie es vor 30 Jahren noch der Fall war.

    Dem Problem mit den aggressiven Türkenkindern, um das Kind jetzt mal beim klischeehaften Namen zu nennen, wird man auf lange Sicht weiter ausgesetzt sein. Die Isolation solcher Ausländergruppen, in der Türken in ganzen Stadtvierteln nur unter sich bleiben und mit der türkischen Sprache allein problemlos zurechtkommen, ist schon zu tief in der Struktur dieses Landes verwurzelt. Das wird nur über die kommenden Generationen zu lösen sein, wenn die Eltern von heute darauf achtgeben, dass ihre Kinder nicht isoliert aufwachsen. Sonst wird es immer wieder zu solchen Reibereien kommen.

    Dass btw nur großes Trara um ein "normales" Verbrechen gemacht wird, wenn Ausländer daran beteiligt sind, muss ich natürlich nicht extra erwähnen. Immerhin interessiert sich die westliche Welt ja auch nicht für die ganzen Kriege in Afrika, die derweil ausgefochten werden. Es sei denn, es wird mal wieder ne Yacht gekapert, auf der sich deutsche Touristen befinden. Dann gibts ne schöne Cover-Story im Stern.

    Danke für die Einblicke ins japanische Bewusstsein in bezug auf Ausländer. Ich persönlich kenne da nur die freundliche Seite. Aber ich hab mich ja auch nicht asozial benommen ^^

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  3. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  5. Ok, trotz Fehlermeldung hat er den ganzen Beitrag wohl doch gepostet. Miew, bitte die überflüssigen Posts löschen ^^

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  6. Viel ausschlaggebender für die unterschiedliche Entwicklung sind vermutlich die 2 Atombomben gewesen. In Deutschland war Amerika der Befreier, in Japan wurden sie wahrscheinlich weniger herzlich empfangen.

    Zur "Ausschaffung": Man kann sicher wenig dagegen sagen, wenn Ausländer nach Verbrechen abgeschoben werden. Aber einerseits wird hier anscheinend nicht nach der schwere der Tat entschieden und andererseits ist das ganze Verfahren ohne richterliche Entscheidung möglich. Schreit für mich nach Willkühr und Hexenjagd.
    Man darf auch nicht vergessen, dass solche Gesetze ebenso ein Gegengeweicht bei den Integrationsbemühungen brauchen. In der Schweiz scheint es mir in der Hinsicht aber schon immer sehr einseitig zugegangen zu sein.

    Meistens machen sich die Leute nicht die Mühe mal Ursache und Wirkung zu analysieren. Da wird lieber oberflächlich geurteilt und sich des Problems entledigt. Und dann fallen so Sarazin Stammtischparolen auf fruchtbaren Boden.

    - onkl (in der Hoffnung dass der Beitrag ankommt)

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  7. Wow es hat tatsächlich mal geklappt. Ich hab diesmal erst auf Vorschau geklickt.

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  8. @ Miew

    Zwecks Japan und 2.Weltkrieg. Du redest da bestimmt von der Einheit 731, welche während des Japanisch/Chinesischen Krieges in der Mandschurei stationiert war und ihre Experimente durchgeführt hat.

    Gibt da diese berüchtigten Filme namens Men behind the Sun, welche das Thema aufgreifen und ich dadurch erstmals mit jenen Thema in Berührung kam.

    Naja will mich nicht als Richter aufspielen, welches Land / Nation whatever, kann schon von sich behaupten makellos zu sein...

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  9. Naja, da man sich als Deutscher sowieso der Gesellschaft halber für die vorangegangenen Generationen fremdschämen muss (!), ist man in der Öffentlichkeit schon gezwungen ein Gutmensch zu sein, und ja kein böses Wort über Integration, Muslime, Türken sowieso nicht, etc. blabla yadda-yadda-yadda ihr wisst, was ich meine. Denn wehe, man spricht mal kurz seine Meinung darüber aus, dass der eine Jugendliche im Bus hinter ein wenig zu sehr asozial laut sein Musikhandy laufen lässt, und direkt wird man von ebendiesem als Nazi angepöbelt. Und sagt bloß nicht, so etwas gibt es nicht.

    Ich wurde schon als Rassist beschimpft, weil ich im Religionsunterricht einmal eine scherzhafte Anmerkung mit dem Wort "Jihad" gebracht habe, als gefaktes Niesen.

    Ich denke, Probleme wie Kriminalität von Immigraten bzw. deren Kindern sollte offen thematisiert werden. Butter bei die Fische.

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  10. Dies passt nicht zum Thema, aber bitte tragt es an andere Blogs weiter:

    Heute wurde bekannt, dass ab Januar 2011 das neue Jugenschutzgesetz in Kraft tritt.

    Alle, die einen Blog, eine Webseite, Fotos, Bilder oder Videos im Netz haben, egal was, egal wo, müssen diese mit einer Altersfreigabe versehen. Die Einschätzung kostet Geld. Wer das nicht macht, erhält eine Abmahnung. Die meisten Leute werden alles offline nehmen müssen.

    Sollte man die Alterseinschätzung zu niedrig anlegen, gibts eine Strafe.

    Die ersten Blogwebseiten machen schon dicht.

    Mehr Infos:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Blog-macht-wegen-neuem-Jugendschutzgesetz-dicht-Update-1144566.html

    Gruß (so lange es noch geht)

    Mikkai

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  11. Da Miew weder in Deutschland hosted noch schreibt, kann sie ganz gelassen bleiben. Und genauso wird es auch der Rest handhaben.

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  12. Die meisten sind ja wie es scheint hier auch eher für die Möglichkeit der Abschiebung. Generell sprechen sich die Leute im Internet wohl eher offen über sowas aus, im RL kann man's nicht weil man zu schnell als Rassist bezeichnet wird. Und was im normalen Alltag schon heikel ist, wird in der Politik natürlich schnell zum Genickbruch.

    Ich finde es schade, dass Sarrazin im Endeffekt zu sehr über die Stränge geschlagen hat mit seinen Aussagen. Zuerst dachte ich, es sei jemand der es einfach mal wagt die Dinge auszusprechen die andere nur denken, aber im Endeffekt war dann doch sehr viel Murks dabei.

    "Viel ausschlaggebender für die unterschiedliche Entwicklung sind vermutlich die 2 Atombomben gewesen. In Deutschland war Amerika der Befreier, in Japan wurden sie wahrscheinlich weniger herzlich empfangen."

    Das war bestimmt auch ein Faktor. Ich glaube, bei der Bombadierung von Dresden und anderen deutschen Städten sind im Endeffekt zwar ähnlich viele Leute umgekommen wie in Hiroshima & Nagasaki, aber der Schockeffekt dürfte doch um einiges größer gewesen sein. Man sollte ausserdem nicht vergessen, dass z.B. Okinawa quasi komplett "plattgemacht" wurde, wenn auch mit konventionellen Waffen.

    Aber sowieso: Ein nicht kleiner Teil der Siedler die damals nach Amerika übergewandert sind kamen ja auch aus Deutschland, und um ein Haar wäre die Sprache der USA auch Deutsch gewesen. Von daher ist das Verhältnis USA - Deutschland ja sowieso grundlegend anders als das von Japan zu den USA, was wohl vor dem 2. Weltkrieg am ehesten noch durch die Meiji Restauration geprägt gewesen sein dürfte.
    Na ja, kann man Bücher drüber schreiben. =)

    "Wow es hat tatsächlich mal geklappt. Ich hab diesmal erst auf Vorschau geklickt. "

    Geht doch. =)


    "Du redest da bestimmt von der Einheit 731, welche während des Japanisch/Chinesischen Krieges in der Mandschurei stationiert war und ihre Experimente durchgeführt hat."

    Jepp, genau die.

    "Da Miew weder in Deutschland hosted noch schreibt, kann sie ganz gelassen bleiben."

    Und wenn ich dann mal nach Deutschland fliege, werd ich gleich verhaftet und direkt wieder nach Japan "ausgeschafft". =D

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  13. @mikkai:
    Kein neues Jugendschutzgesetz, sondern der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Dieser ergänzt bzw. erweitert die Jugendschutzgesetze um einige sinnfreie, weil überflüssige Punkte, wie ich schon in meinem Blog geschrieben habe.

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  14. Was auch immer für Fortschritte in der Integration und Teilhabe von Minderheiten gemacht wurden, sie werden nun systematisch zurückgefahren und zermürbt. Dazu gehören alle Minderheiten, egal ob ausländisch oder inländisch. Jede Stigmatisierung einer Minderheit führt später zu einer Ausgrenzung weiterer. Bspw. Gutscheine für so und so viel Einkäufe für jeden Bürger. Das ist nur ein lächerliches Beispiel. Aber für Menschen ohne Fantasie schier unrealistisch und provokativ.

    Mikkai

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  15. Hi!

    Ein sehr interessanter und tatsächlich auch mal wohl formulierter Blog. Ich lese eigentlich nur mit, aber zu dem Thema hier hab ich immerhin mal einen Link:

    http://www.hafufilm.com/

    Wird gerade noch produziert, aber ich denke, man wird zur Abwechslung mal den Alltag aus Sicht der Betroffenen in Japan zu sehen bekommen.

    In Bezug auf das Thema hier: Ich glaube, Halbjapaner sind wahrscheinlich auch eher Ausländer in der Wahrnehmung der meisten "echten" Japaner und somit kann man vielleicht auch als Aussenstehender, der noch nie in Japan gelebt hat, durch die Doku so ein bisschen eine Idee bekommen, wie es tatsächlich aussieht in der Realität.

    Ich habe übrigens nichts mit dem Projekt zu tun, finde nur die Idee super und hoffe, dass das anderen hier auch so geht.

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  16. Das ist ein sehr interessanter Link, zu diesem Film. Ende 2011, hmm.. hoffentlich hab ich den Film bis dahin nicht vergessen. ^^;

    Ich denke für Halbjapaner in Japan hängt es ganz davon ab, wie die Nichtjapanische Seite aussieht. Sprich: Wie sehr man es den Leuten anmerkt, dass sie keine reinen Japaner sind.
    Ich kenne zum Beispiel eine Halb-Japaner-halb-Afrikanerin die optisch eigentlich kaum japanisch aussieht, aber in Japan aufgewachsen ist. Die bekommt Sachen gesagt wie "Du sprichst aber gut japanisch!", was an sich eigentlich gut gemeint ist, vielleicht aber ein wenig abwertend rüberkommt, und vor allem eine Frau die in Japan aufgewachsen ist sicher ziemlich ankotzen kann. Deutlicher kann man ja das "du gehörst hier nicht dazu" kaum sagen, auch wenn es nicht unbedingt böse gemeint ist. Aus der Schulzeit muss sie sicher einiges gewöhnt sein, denn wie man weiß sind Kinder völlig skrupellos.

    Bei mir ist es dagegen eher umgekehrt, ich werde auf den ersten Blick eigentlich immer für eine Japanerin gehalten. Aber meinem japanisch merkt man es dann schon an, dass ich nicht im Land aufgewachsen bin und es nicht meine Muttersprache ist. Probleme hatte ich dadurch aber bisher noch keine. Wenn das Thema zur Sprache kommt und ich sage, dass ich in Deutschland aufgewachsen bin wird das eigentlich immer sehr positiv aufgenommen. Nunja, Deutschland wird eben in Japan sehr respektiert. Dabei bin ich tatsächlich eigentlich nur 1/4 Deutsche, meine eine Großmutter war Griechin... muss man ja aber nicht erwähnen. Kulturtechnisch bin ich sowieso deutsch geprägt. =) (Was auch manchmal etwas anstrengend sein kann bzw. Selbstbeherrschung erfordert...)

    Im Grunde würde ich sagen, dass es vermutlich alle Halbjapaner deren andere Hälfte aus einem Land kommt das negativ belegt ist (China, Thailand, Philippinen etc.) eher schwieriger haben, Leute mit Wurzeln in Europa etc. haben's dagegen wohl eher nicht so schwer. Die Schulzeit ist da wahrscheinlich noch die schlimmste Zeit. Über japanische Schulen kann ich nicht aus Erfahrung sprechen, aber selbst in Deutschland braucht man ja ab und zu ein dickes Fell, vor allem in der Grundschule oder 5. bis 6. Klasse. Da wird es in Japan wahrscheinlich eher noch härter zugehn, auch für Halbeuropäer.

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