19.10.2010

Deutsches Konto Adé

Da erreichte mich in den letzten Tagen auf einmal die Meldung, mein deutsches Girokonto sei ab Anfang nächsten Jahres nicht mehr kostenlos, sondern man berechne ab dann 9.90€ Kontoführungsgebühren pro Monat. Die Bank wurde aufgekauft oder hat fusioniert oder sonst irgendwas, und nach einer Namensänderung jetzt sowas. Tse.
War ich etwa naiv, die ganze Zeit gedacht zu haben Girokonten seien prinzipiell immer kostenlos?
Leihe ich nicht der Bank mein Geld, indem ich es dort deponiere? Die Banken investieren das Geld der Kunden ja schliesslich weiter, um damit Gewinne zu erzielen. Darum gibt es ja eigentlich sowas wie Zinsen - dafür, dass ich der Bank mein Geld zur Verfügung stelle. Bei einem kleinen Girokonto mit geringen Beträgen, die auch nicht fest angelegt sind ist das freilich nicht sehr viel, wenn überhaupt irgendwas, aber prinzipiell zeigt die Tatsache doch, dass ich diejenige bin, die den Gefallen erweist, und nicht die Bank. Naja eine Hand wäscht die andere, sollte man vielleicht besser sagen, denn Vorteile ziehe ich ja daraus ebenfalls, aber... 9.90€ !?
Da könnte man glatt meinen die Leute hätten in ihren Büros noch Rechenschieber mit denen sie jede Änderung berechnen. Dabei wirft auf meinen Kontostand vermutlich kein Mensch mehr persönlich ein Auge, da ein Computer alles automatisch macht und dabei für mein Konto im Monat gewiss nicht mehr als eine Zehntelsekunde Rechenzeit benötigt, für die ich jetzt auch noch 9.90€ bezahlen soll... aaaah!!!
Aber irgendeiner der klugen Köpfe hat wohl ausgerechnet, dass die 9.90 die man von den Kunden monatlich einnimmt die ihr Konto behalten, lohnenswerter sind als der Betrag den man dadurch verliert, dass zig Kunden ihre Konten auflösen wegen so einer behämmerten Gebühr. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Ein Onlinebanking-fähiges Konto in Deutschland zu haben war sehr praktisch für allle möglichen Kleinigkeiten, da es mir erlaubte Sachen in Deutschland zu bezahlen ohne eine Auslandsüberweisung machen zu müssen, bzw. Geld zu erhalten ohne, dass jemand anders extra in's Ausland überweisen musste. Allerdings handelte es sich dabei nur um ein paar kleinere Beträge von Zeit zu Zeit, da mein monatliches Gehalt natürlich auf ein japanisches (und wohlgemerkt kostenloses!) Konto geht, und ein Minus von 9.90 bei der Größenordnung der Beträge die auf dem deutschen Konto eingingen nicht nur gehörig in's Gewicht fällt, sondern der ganzen Sache sogar komplett das Genick bricht.
Da ich zudem in nächster Zeit nicht nach Deutschland komme, kann ich auch kein anderes Konto bei einer deutschen Bank aufmachen die die Kontoführung nicht ausschliesslich mit Zettel und Bleistift tätigt, und es deswegen nicht nötig hat so eine alberne Gebühr zu erheben.

Nun versuche ich krampfhaft noch irgendwelche Weisen Schlussworte zu finden, irgendeine Moral-von-der-Geschicht, aber leider kommt mir nichts in den Sinn als das Bedürfnis, den Verantwortlichen dafür dreimal feste in den Arsch zu treten.

Kommentare:

  1. Um welche Bank handelt es sich, wenn man fragen darf? Leider hab ich den Namen nict gefunden.

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  2. Giro-Konten kosten sogar ziemlich häufig was. Muss man immer im Kleingedruckten lesen. Häufig ist der Kontostand nämlich so unbeständig, dass die Bank mit dem Geld kaum arbeiten kann. Wenn man jedoch relativ hohe Summen monatlich einzahlt, so dass die Bank weiß mit wieviel spekuliert werden kann, dann ist das Konto meistens gratis. Bei meiner Bank sind das zum Beispiel 1200 Euro. Ab da wirds kostenlos. Und für Schüler, Azubis und Studenten is auch gratis.
    Empfehlen kann ich die DKB und Comdirect. Ich selbst bin bei Comdirect. Tochtergesellschaft von der Commerzbank. Eine reine Online-Bank. Wenn man dennoch irgendwas vor Ort regeln will, wie zum Beispiel Geld einzahlen geht man zur Commerzbank. Der Hauptgrund (außer dem komfortablen Online-Banking) zu dieser Bank zu wechseln war, dass man eine gratis Visa-Karte kriegt mit der ich weltweit an jedem automaten kostenlos abheben kann. Außerdem kann man mit Visa auch sonst überall bezahlen. Für mein Studium in England und meine meist länger dauernden Reisen absolut perfekt.

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  3. Ist die Targo- bzw. ehemalige Citibank. Obwohl der Name anscheind auch nur in Deutschland geändert wurde, in Japan heißt es glaube ich noch immer Citibank. Wieviel die mit einander zu tun haben, kA.

    @Darux:
    Comdirect hört sich ja sehr gut an. Die werd ich mir mal etwas näher anschauen, danke für den Tipp. Hoffentlich kann ich dort ein Konto per Post aufmachen, ohne zu warten bis ich wieder mal in Deutschland bin.

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  4. alles online/per post
    musst also zum eröffnen nicht in eine filiale gehen

    kostet aber als normaler arbeitender mensch mit weniger als 1200 einkommen oder so 4,95 im monat
    was dann wieder auf 3,95 sinkt, weil man jeden monat von der bank 1 euro kriegt

    schau´s dir ma an
    ich hab neben dem girokonto noch gratis ein verrechnungskonto um minus auf dem girokonto auszugleichen und ein tagesgeldkonto, was etwas mehr zinsen abwirft

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